Jubiläumsjahr: Gusenbauer - "Es lebe unsere Republik Österreich"

Österreich seit 1945 von Solidarität und vom Wandel vom Obrigkeitsstaat zum Staat freier, mündiger Bürger geprägt

Wien (SK) "In den Minuten der Trauer und des Gedenkens an die Opfer der Flutkatastrophe bewegt uns am allermeisten das Schicksal der Kinder, die weiter nicht wissen, ob ihre Eltern jemals wieder zurückkommen werden", so SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Freitag bei einem Festakt zum Auftakt des Jubliäumsjahres 2005. Es sei hervorragend, wie sich die österreichische Bevölkerung verhalte und mit welcher Bereitschaft hunderttausenden Opfern in der Region geholfen werde. "Das ist die Fortsetzung eines der positivsten Aspekte der österreichischen Geschichte seit 1945", betonte Gusenbauer. Gusenbauer ging auf den "unglaublichen Aufstieg" ein, den Österreich seit 1945 durchlebt hat. Dieser Aufstieg sei vor allem auch vom Aufstieg der einfachen Leute und von großer innerer und äußerer Solidarität geprägt. "Es ist das größte Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu leben. Unser Österreich seit 1945 ist der richtige Ort", so Gusenbauer. ****

Gusenbauer verwies darauf, dass die österreichische Bevölkerung seit 1945 immer solidarisch gewesen sei mit Menschen, die in große Not geraten seien. Der SPÖ-Vorsitzende führte hierbei die Flüchtenden aus Ungarn 1956, die Opfer der Aufstände in der Tschechoslowakei und Polen und die Betroffenen des Jugoslawienkriegs an. "Immer wenn Menschen in Not waren, haben die Österreicher gezeigt, dass sie enorme Hilfe leisten und solidarisch sind", so Gusenbauer. Dies zeichne das Land seit 1945 aus.

Österreich sei nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch davon geprägt, dass alle einen Rückfall in Diktatur und Faschismus sowie eine Spaltung der Gesellschaft verhindern wollten. "Österreich ist ein Land des unglaublichen Aufstiegs", so Gusenbauer. Er berichtete in dem Zusammenhang von seinem Großvater, der ihm in den 80er Jahren einmal gesagt hatte, dass er sich "nie zu träumen getraut hätte, einmal in so einem Land zu leben". Die Geschichte Österreichs seit 1945 sei auch eine Erfolgsgeschichte des Aufstiegs der einfachen Leute, des Ausbaus des Sozial- und Wohlfahrtsstaates und einer großen inneren und äußeren Solidarität.

"Das größte Glück, das man haben kann, ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren zu werden. Unser Österreich seit 1945 ist der richtige Ort", sagte Gusenbauer. Die großen politischen Leistungen, ermöglicht durch die Anstrengungen der einfachen Leute, seien in drei große Kategorien zu gliedern. Die Phase der Wiedererlangung von Frieden und Unabhängigkeit, die untrennbar mit den Namen Figl, Raab, Schärf und Kreisky verbunden sei. Die Phase der Modernisierung in den Siebziger Jahren, geprägt von Bruno Kreisky und die Europäisierung Österreichs in den Neunziger Jahren unter Franz Vranitzky, Alois Mock und Brigitte Ederer.

"Unser Haus Österreich hat aber auch Risse bekommen", so Gusenbauer. Wenn man betrachte, dass heute in Österreich mehr als 300.000 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen seien und ebenso viele von akuter Armut, dann sei es die Aufgabe, auch diesen Menschen eine Perspektive zu bieten. "Wir sollten gemeinsam an einer Perspektive für diese Menschen arbeiten", hielt Gusenbauer fest. Die Herausforderungen der Zukunft seien nur mit einem starken, sozialen Zusammenhalt bewältigbar. "Ich bin optimistisch, dass wir diese Herausforderungen gemeinsam bewältigen. Es lebe unsere Republik Österreich", so Gusenbauer abschließend. (Schluss) js

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