Familien beim nachhaltigen Wiederaufbau ihrer Existenzen helfen hat erste Priorität

Wien (OTS) - 18 Tage nach der verheerenden Flutkatastrophe konzentrieren sich die Hilfsmaßnahmen von SOS-Kinderdorf vorwiegend auf die am schlimmsten betroffenen Gebiete in Südosten Sri Lankas und Indiens. Zunächst geht es aber nicht um den Bau neuer SOS-Kinderdörfer.

"Nach der ersten Nothilfe in den Tagen nach der Katastrophe, wo Tausende Kinder in Nothilfecamps betreut wurden, geht es nun vorrangig darum, den überlebenden Familien zu helfen, ihre Existenzen wieder aufzubauen und eine Basis zu schaffen, dass sie selbst wieder für ihre Kinder sorgen können", so Siddharta Kaul, Leiter von SOS-Kinderdorf in Asien.

Zurzeit werden in Sri Lanka und Indien rund 1.300 Familien mit insgesamt 7.000 Menschen versorgt. Die Familien erhalten neben einem Sofort-Startpaket von 300,- Euro konkrete Hilfe beim Wiederaufbau. So werden zum Beispiel in den indischen Fischerdörfern Pudukuppam, Chinnavaikal, Kannagi Nagar und Akkampettai - mit offizieller Unterstützung der indischen Regierung - temporäre Unterkünfte finanziert, neue Fischerboote und dazugehörige Ausrüstungen verteilt und die Menschen weiterhin mit Essen und Medikamenten versorgt.

Während die Erwachsenen damit beschäftigt sind, ihre Lebensgrundlagen wieder aufzubauen, übernimmt SOS-Kinderdorf in eigens errichteten Kinderschutzcamps die professionelle und therapeutische Betreuung der oft sehr traumatisierten Kinder. Neben den neun bestehenden Betreuungscamps sind elf weitere in Planung.

In Sri Lanka werden die Hilfsmaßnahmen in dem von den Tamillen bewohnten Gebiet im Osten fortgeführt. Neben der Versorgung der Familien und Kinder wird medizinische Hilfe von einer mobilen Klinik aus geleistet. In den Notlagern Iralodei, Wattawan, Kayankerni und Komari im Osten Sri Lankas und rund um Galle laufen die Vorbereitungen zur Errichtung von Kinderschutzcamps, ähnlich dem erfolgreichen indischen Modell.

Zusätzlich investiert SOS-Kinderdorf in den Wiederaufbau von Gemeinde- und Sozialzentren, derzeit konkret in Komari und Iraalodei. Dort sollen ein Kindergarten, Klassenräume und eine medizinische Station Platz haben und auch ein Ausbildungsprogramm für die Betreuer/innen angeboten werden, um die sehr wichtige psychologische Betreuung der Kinder langfristig zu gewährleisten.

"Neue SOS-Kinderdörfer stehen für uns zur Zeit nicht auf der vordersten Prioritätsstufe. Der Bedarf für den Bau neuer SOS-Kinderdörfer hängt davon ab, wie viele Kinder tatsächlich völlig allein, ohne Eltern/Angehörige, übrig bleiben. Im Moment versuchen wir zusammen mit Regierungen und anderen Hilfsorganisationen alles zu tun, um Familien wieder zusammenzuführen", so Wilfried Vyslozil, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf Österreich. Der Bau von allfällig neuen SOS-Kinderdörfern wird frühestens 2006/2007 stattfinden.

SOS-Kinderdorf begrüßt und bedankt die konkrete Projektunterstützung der Länder Tirol, Steiermark, Kärnten und der Städte Graz und Innsbruck im Umfang von 3 Millionen Euro, bittet aber gleichzeitig um das Vertrauen, die zugesagten Gelder dort einzusetzen, wo sie nach Bedarf und Maßgabe professioneller Planung am dringendsten gebraucht werden.

Anhand dieser Katastrophe wird unsere Verantwortung gegenüber den Ärmsten dieser Welt verdeutlicht. Jedes individuelles Engagement, jede einzelne Spende und Patenschaft ist genau so wichtig wie die nachhaltige Unterstützung westlicher Regierungen. Österreich könnte durch eine Aufstockung der öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des BNE sowie durch die von SOS-Kinderdorf und anderen NGO`s lang geforderte Absetzbarkeit von Spenden einen mutigen ersten Schritt setzen. Eben einen wirklich nachhaltigen!

Helfen durch SOS-Patenschaft Tsunami: Tel.: 0800/808081 oder www.sos-kinderdorf.at Spendenkonto: PSK 1.566.000 "SOS-Patenschaft Tsunami"

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Viktor Trager
SOS-Kinderdorf Österreich
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E-Mail: viktor.trager@sos-kd.org
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