Trunk: Zanella bezieht neben Kärntner Höchstgage auch umfassende Bezüge von der Wiener Staatsoper - Fall für das Parlament

Schüssel-Antwort bestätigt Auszahlung der Wörtherseebühnen-Förderung ohne Kontrolle

Wien (SK) "Der gestern bekannt gewordene Prüfbericht zur Wörtherseebühne und die Details zu der Spitzengage für den Intendanten Renato Zanella sind ein Fall für das Parlament. Immerhin ist Zanella auch Ballettdirektor und Chefchoreograph sowie Künstlerischer Leiter der Ballettschule der Wiener Staatsoper, die bekanntlich dem Bund gehört. Daher werde ich im Parlament ein Anfrage einbringen, wie seine bisherige Intendantentätigkeit in Klagenfurt mit diesen Full-time-Jobs in Wien vereinbar ist", erklärte am Freitag SPÖ-Abgeordnete Melitta Trunk gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Trunk führte aus: "Dabei stellt sich vor allem die Frage, inwieweit seine bisherige Nebentätigkeit in Klagenfurt von seinem Dienstgeber genehmigt war und auch kontrolliert wurde. Ebenso ist zu hinterfragen, ob in der Wiener Staatsoper wirklich so wenig an Ballettarbeit anfällt, dass ihr oberster Ballettchef gleichzeitig für 90.000 Euro Jahresgage in Klagenfurt arbeiten kann. Diese und weitere Fragen wird mir der Bundeskanzler als zuständiges Aufsichtsorgan beantworten müssen." ****

Auf ihre frühere Anfrage an Bundeskanzler Schüssel betreffend der 1,6 Mio. Euro Bundesförderung für die Wörtherseebühne hat Trunk diese Woche eine schriftliche Antwort erhalten. Darin erklärt Schüssel:
"Die Sonderzahlung wurde für den Zeitraum 2004 - 2008 durch den Geschäftsführer der Cine Cultur Carinthia GmbH, Dr. Bernhard Sapetschnig, mit Schreiben vom 23. Jänner 2004 beantragt. Die Zuerkennung durch Staatssekretär Franz Morak erfolgte mit 16. März 2004. ... Die Sonderzahlung wurde am 15. April 2005 durch die Buchhaltung des Bundeskanzleramtes überwiesen." Zur Kontrolle der Bundesförderung stellt Schüssel fest: "Prüfungsergebnisse zu der jeweiligen Dokumentation des künstlerischen Erfolges in Verbindung mit vollständigen, detaillierten, von einem Wirtschaftstreuhänder oder Steuerberater erstellten Bilanzen stehen derzeit noch aus. Darüber hinaus wurde der Antragsteller (Cine Cultur Carinthia GmbH) verpflichtet, das Bundeskanzleramt von allen Feststellungen von Kontrolleinrichtungen der regionalen Gebietskörperschaften (wie Landesrechnungshof) umgehend in Kenntnis zu setzen."

Trunk stellte daher abschließend fest: "Es ist unverständlich, warum der Bund 1,6 Mio. Euro ohne eine gleichzeitig stattfindende angemessene Kontrolle auszahlt. Immerhin habe ich sowohl im parlamentarischen Finanzausschuss am 27. November 2003 als auch in der Nationalratssitzung am 3. Dezember 2003 beim Beschluss dieser Sonderzahlung nachweislich auf das Chaos, die Intransparenz und die Finanzprobleme der Wörtherseebühne hingewiesen. Diese Warnungen wurden von Bundeskanzler Schüssel, Staatssekretär Morak und Finanzminister Grasser offensichtlich bewusst ignoriert." (Schluss) up/mp

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