Pharmig: "Ungleichbehandlung der Patienten bei Chefarztpflicht unzumutbar"

Oberösterreicher, Kärntner und Steirer müssen im Gegensatz zu allen andern Österreichern oft tagelang auf die Fax-Genehmigung ihrer chefarztpflichtigen Medikamente warten.

Wien (OTS) - "Es ist nicht einzusehen, warum ein Kärntner Patient tagelang auf die Fax-Genehmigung seines chefarztpflichtigen Arzneimittels warten muss, während ein Südburgenländer dasselbe Präparat ohne Wartezeiten bekommt", ärgert sich Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs. Grund für seine Kritik: In Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark bestehen die lokalen Krankenkassen auf einer Vorab-Bewilligung von chefarztpflichtigen Medikamenten per Fax. Und das, obwohl die Verordnung des Ministeriums die Möglichkeit vorsieht, dass die Patienten chefarztpflichtige Arzneimittel sofort erhalten, sofern der Arzt begründet und dokumentiert, warum gerade dieses Medikament eingesetzt werden muss.

"Aber jetzt haben wir die groteske Situation, dass Kärntner, Steirer und Oberösterreicher Patienten zweiter Klasse sind", so Hubers Vorwurf. "Das ist absolut unzumutbar! In diesen drei Bundesländern hält man an einer Bürokratie fest, die eigentlich nicht sein muss." Nach Meinung des Pharmig-Generalsekretärs besonders absurd: Der neue Erstattungskodex sei genau mit dem Ziel etabliert worden, die Medikamentenverschreibung österreichweit zu vereinheitlichen. Doch durch die unterschiedliche Handhabung der Chefarztpflicht sei dieses Ziel wieder verfehlt worden.

Dabei gibt es laut Huber durchaus auch positive Beispiele, wie die neue Verordnung unbürokratisch und erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden kann. Die Wiener Gebietskrankenkasse beispielsweise verzichtet auf die umständliche Faxerei, hier reicht die Patientenkartei als Dokumentation aus. "Die Ministerin hat mehrmals betont, dass die Fax-Lösung nicht in ihrem Sinne und auch nicht notwendig ist", erklärt Jan Oliver Huber. "Und Bundesländer wie Wien führen erfolgreich vor, dass es auch anders geht. Ich fordere daher die Verantwortlichen in den betroffenen Bundesländern auf, die unzumutbare Faxerei einzustellen und die Diskriminierung der Kärntner, Steirer und Oberösterreicher sofort zu beenden."

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