Essentielle Probleme der Chefarztpflicht vorerst ausgeräumt

LSth. Bischof strebt dauerhafte Lösung für Vorarlberger Patientinnen und Patienten an

Bregenz (VLK) - Landesstatthalter Hans-Peter Bischof kann den
Unmut bezüglich der Chefarztpflicht neu verstehen, die in der praktischen Umsetzung für Ärzte massive Belastungen und unnötige Schwierigkeiten mit sich gebracht hat. "Ich werde mich gerne auch weiterhin dafür einsetzen, dass in der Medikamentenverschreibung eine praktikablere Lösung zu Stande kommt", so Bischof.

Der Gesundheitsreferent zeigt sich aber erfreut darüber, dass die bisherigen Verhandlungen zwischen Bundesministerin Maria Rauch-Kallat und der Österreichischen Ärztekammer so gut verlaufen sind. "Die erzielten Ergebnisse sind ein schöner Erfolg. Ob die beschlossenen Änderungen auch weitreichend genug und somit problemlösend sind, bleibt abzuwarten. Ich werde die Interessen der Vorarlberger Ärzte weiterhin mit meiner ganzen politischen Kraft in Wien vertreten, damit es nicht nur bei einer vorübergehenden Lösung bleibt", betont Bischof.

Die Forderung nach einer föderalistischen Lösung (Möglichkeit zur Erarbeitung von landesspezifischen Modellen) der Vorarlberger Ärztekammer will der Landesstatthalter mit ganzer Kraft unterstützen, denn "das vernünftige und qualitätssichernde Vorarlberger Modell der Medikamentenverschreibung sollte erhalten bleiben". Bischof hat schon Kontakt mit Ministerin Rauch-Kallat aufgenommen und von ihr Gesprächsbereitschaft signalisiert bekommen.

"Gerade im Sinne der neuen Gesundheitsreform sind qualitätssichernde Maßnahmen unerlässlich. Die Patientinnen und Patienten stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen, das Vorarlberger Gesundheitswesen weiter zu optimieren. Deshalb ist bei den Verhandlungen auch besondere Aufmerksamkeit darauf zu legen, dass der ohnehin hohe Bürokratieaufwand nicht noch weiter steigt. Der unnötige Arbeitsaufwand für vielfältige Dokumentationen würde die Qualität der Patientenbetreuung in den Krankenhäusern und im niedergelassenen Bereich enorm verschlechtern. Als Arzt weiß ich, wie wichtig es ist, möglichst viel Zeit bei den Patientinnen und Patienten zu verbringen und nicht hinter dem Schreibtisch", so Bischof.

Der von Ministerin Rauch-Kallat geortete Handlungsbedarf - etwa bei der Neufassung des Erstattungscodex für Medikamente, der Neuregelung der Dokumentationsverpflichtung von Medikamenten oder der umstrittenen Faxbewilligung - sei ohne Zweifel gegeben. Bischof weiter: "Ich hoffe, dass es dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger im weiterer Verlauf der Verhandlungen gelingt, die Ecken und Kanten der derzeitigen Situation abzurunden. Ich bin aber davon überzeugt, dass die Gespräche erfolgreich verlaufen werden und sich eine für alle zufriedenstellende Lösung finden lässt."

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