- 13.01.2005, 13:56:25
- /
- OTS0166 OTW0166
Starker Träger für die weitere Fachhochschulentwicklung im Bundesland Salzburg
WK und AK Salzburg unterzeichneten Gesellschaftsvertrag - Eigene Forschungsgesellschaft Forschung Urstein GmbH gegründet
Salzburg (OTS) - Salzburg, 13. Jänner 2005. Wirtschaftskammer und
Arbeiterkammer Salzburg betreiben ab 1. März 2005 gemeinsam die
Fachhochschule Salzburg (FHS). Nach den Beschlüssen im Vorstand der
AK und in einem außerordentlichen Wirtschaftsparlament der WKS am 11.
Jänner wurden heute von den Spitzen der WK und der AK Salzburg die
dazu notwendigen Gesellschaftsverträge unterzeichnet. In einem
Pressegespräch gemeinsam mit Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller
wurde über die Details des Zusammenschlusses informiert.
Die beiden Sozialpartner AK und WK wollen mit einer gemeinsamen
Trägerschaft Lehre und Forschung der Fachhochschule Salzburg
verstärken und im Einvernehmen mit dem Land Salzburg die FHS
weiterentwickeln - im Interesse der Unternehmer und Arbeitnehmer des
Wirtschaftsstandortes Salzburg.
Der neue Gesellschaftervertrag für die FH Salzburg
Fachhochschulgesellschaft sieht eine Kapitalerhöhung der Gesellschaft
um 350.000 Euro auf 700.000 Euro Stammkapital vor, die zur Gänze von
der Arbeiterkammer Salzburg einbezahlt wird. AK und WK sind somit
50%-Partner in der FHS. Gleichzeitig kommt es zur Gründung der
Forschung Urstein GmbH, wobei der Gesellschafter FH Salzburg
Fachhochschul GmbH 50% der Anteile hält, 25% entfallen auf die
Akademie Schloss Urstein Privatstiftung, Eigentümerin des Schlosses
Urstein. Ebenfalls 25% hält die Salzburger Arbeiterkammer Bildungs-
und Forschungsförderungs GmbH. Die Forschung Urstein GmbH als Zentrum
für Zukunftsstudien hat schwerpunktmäßig die Aufgabe, Tourismus- und
Freizeitwissenschaften zu betreiben und ab Mitte 2005, in
unmittelbarer Nähe zur Fachhochschule Urstein, die interdisziplinäre
Forschung der Fachhochschule Salzburg zu verstärken.
Geschäftsführer der FHS ist Mag. Raimund Ribitsch. Rektor der FHS
ist seit 22. 10. 2004 Vizekanzler a. D. Dr. Erhard Busek.
Fortgeführt wird ein Beirat, in dem neben der Landeshauptfrau ein
Vertreter des Amtes der Salzburger Landesregierung sowie Präsidenten
und Direktoren von WK und AK auch die Vertreter des Fachverbandes der
Holzindustrie und des Vereins Holztechnikum Kuchl vertreten sind.
Ztl.: Ein neues Kapitel in der Bildungspolitik und in der
Sozialpartnerschaft
"Mit der gemeinsamen Fachhochschule wird ein neues
bildungspolitisches Kapitel in Salzburg aufgeschlagen und wohl auch
ein neues Kapitel im Verhältnis zwischen gesetzlicher Unternehmer-
und Arbeitnehmervertretung. Erstmals in der Geschichte der
österreichischen Sozialpartnerschaft betreiben Wirtschaftskammer und
Arbeiterkammer Salzburg ab sofort gemeinsam eine Fachhochschule", hob
WKS-Präsident Komm.-Rat Julius Schmalz die Bedeutung der gemeinsamen
Trägerschaft hervor. "Gleichzeitig erfüllen wir mit dieser
gemeinsamen Gesellschaft nicht nur den Wunsch des Fachhochschulrates
nach länderweiser Konsolidierung hin zu einem einzigen FH-Anbieter im
Bundesland, wir bündeln damit auch unsere Kräfte in Lehre und
Forschung. Gerade in letzterem Bereich entsteht mit der Forschung
Urstein GmbH ein Institut für zukunftsorientierte Studien mit
Schwerpunkt Tourismus- und Freizeitwissenschaften, das in Österreich
ohne Beispiel ist."
AK-Präsident Siegfried Pichler bekräftigte die Bereitschaft zur
Zusammenarbeit in der Bildung: "Bildung und Forschung ist wohl der
mächtigste Einflussfaktor für gesellschaftliche Wohlfahrt im 21.
Jahrhundert. Mit der Übernahme einer gemeinsamen Verantwortung in
diesem zentralen Handlungsfeld dokumentieren die Sozialpartner in
Salzburg sowohl die elementare Wichtigkeit dieses Bereiches als auch
die Bereitschaft, über die oft gegensätzliche Tagespolitik hinaus in
den wichtigsten Fragen unserer Gesellschaft und ihren Entwicklungen
auch zusammenarbeiten zu können."
WKS-Direktor Dr. Wolfgang Gmachl erinnerte daran, dass AK und WK
bereits seit längerem im FH-Bereich zusammenarbeiten. "AK und WK
haben durchaus unterschiedliche Interessen, sind aber in wichtigen,
außer Streit zu stellenden Bereichen schon immer gemeinsame Wege
gegangen, zum Beispiel in der Frage der Gesundheit und Sicherheit am
Arbeitsplatz, was zur gemeinsamen Gründung des Arbeitsmedizinischen
Dienstes führte. Wir haben aber auch im FH-Bereich
zusammengearbeitet, auf der Ebene des einstigen
Research-Trägervereins und später, nach Übernahme der FH-Studiengänge
durch die WK und die Gründung des FH-Studiengangs für Soziale Arbeit,
im Trägerverein des Landes. Bereits 1999 haben sich AK und WK darauf
verständigt, im Fachhochschulsektor zu kooperieren und diesen in
enger Abstimmung mit dem Land Salzburg weiterzuentwickeln."
Die nunmehrige direkte Partnerschaft verstärke die Impulse, die die
Wirtschaftskammer mit ihrem Bildungsengagement für den
Wirtschaftsstandort Salzburg bereits gesetzt habe. WKS-Direktor Dr.
Gmachl erläuterte die Motivation der WK Salzburg für den
Zusammen-schluss: "Es gilt nun, aus dieser standortpolitischen
Verantwortung heraus, die FH-Ausbildung im Bundesland Salzburg weiter
auch in neue Richtungen und Größenordnungen auszubauen - durch
Hereinnahme eines starken und gleichberechtigten Partners und
gemeinsamen Nutzung aller Kräfte und Ressourcen. Das ist ein nächster
logischer Schritt für die Fachhochschule und für den Bildungsstandort
Salzburg, den wir heute vollzogen haben!"
AK-Direktor Mag. Gerhard Schmidt sieht in der Forschung Urstein
GmbH eine Fortführung der sozialpartnerschaftlichen
Forschungstradition: "Die Entwicklung einer gemeinsamen
Forschungseinrichtung für Zukunftsstudien mit Schwerpunkt Tourismus-
und Freizeitwissenschaften setzt ein bemerkenswertes Zeichen der
gemeinsamen Verantwortung für den Standort Salzburg. Die
jahrzehntelange sozialpartnerschaftliche Tradition des Beirates für
Wirtschafts- und Sozialfragen wird hier standortspezifisch und damit
einzigartig für Österreich fortgesetzt und weiterentwickelt.
Ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung der Sozialpartner
wird sich in der konkreten Forschung in hohem Maße widerspiegeln."
Ztl.: Gemeinsame FH Salzburg - die bildungspolitisch beste Lösung
Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer Salzburg sehen in der
FH-Partnerschaft eine Reihe von Vorteilen.
- Eine gemeinsam von WK und AK getragene FHS, seit Dezember 2004 auch
offiziell im Status einer "Fachhochschule", darf mit Fug und Recht
den Anspruch erheben, einzige praxisorientierte Hochschule im
Bundesland zu sein - mit Strahlkraft über Salzburg und Österreich
hinaus.
- Im nationalen und internationalen Wettbewerb der Hochschulen werden
außerdem nur größere Einheiten mit ausreichenden Ressourcen, einem
klaren Profil samt Forschungsanspruch wahrgenommen.
- Eine gemeinsame FHS ist die bildungspolitisch beste Lösung. Die
länderweise Konsolidierung hin zu einem einzigen Erhalter wird vom
Österreichischen Fachhochschulrat, der Akkreditierungsbehörde,
ausdrücklich gefordert. Sie entspricht auch dem Forschungsleitbild
des Landes Salzburg.
- Größere Einheiten haben auch die bessere Möglichkeit der
Kostenoptimierung und können zentrale Dienste (Qualitätsmanagement,
Personalentwicklung, IT, Bibliothek etc.) gemeinsam und effizienter
nutzen. Die bisher getrennten FH-Studiengänge erlangen gleichzeitig
eine größere Finanzierungssicherheit.
- Zurzeit werden die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen, die
Ausbildung in den medizinisch-technischen Diensten im
Gesundheitswesen auf Fachhochschulniveau anzuheben, eine große Chance
zur Weiterentwicklung, die von einer gemeinsamen Fachhochschule
Salzburg besser genutzt werden kann.
- Die neue, derzeit in Bau befindliche Fachhochschule Urstein, die im
Oktober 2005 eröffnet wird, bietet eine hervorragende bauliche und
organisatorische Basis für die Weiterentwicklung und Zusammenführung
der FH-Studiengänge. Der FH-Studiengang Soziale Arbeit wird daher
nach Urstein übersiedeln, ebenso wie der bisher in Kleßheim
angesiedelte FH-Studiengang "Entwicklung und Management touristischer
Angebote".
- Die bisher erfolgreich gebündelten Kompetenzen in Forschung, Lehre
und Organisation zwischen den FH-Studiengängen am Standort Kuchl,
(derzeit noch) Salzburg und zukünftig Puch-Urstein erfahren durch die
Zusammenführung mit dem FH-Studiengang "Soziale Arbeit" eine weitere
wertvolle Ergänzung.
- Nicht zuletzt können in der Lehre durch Verstärkung des
Lehrenden-Teams und neuer zusätzlicher Inhalte die Studienangebote
gemeinsam verbessert, modularisiert und interdisziplinär aufgewertet
werden. Die Fachhochschule Salzburg weist somit drei Schwerpunkte
(Fakultäten) auf: Wirtschaft & Technik, Medien & Design, Gesundheit &
Soziales.
Ztl.: Der Tradition des Humanismus und der Aufklärung verpflichtet
Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer haben durchaus und auch
weiterhin verschiedene, oft kontroversielle Aufgaben zu erfüllen.
Dennoch findet dieses Zusammengehen von AK und WK in eine
Fachhochschulgesellschaft vor dem Hintergrund eines gemeinsamen
gesellschafts- und bildungspolitischen Verständnisses statt. Beide
Kammern sehen sich bei dieser Aufgabe dem Erhalt der sozialen
Marktwirtschaft verpflichtet, der europäischen Tradition des
Humanismus und der Aufklärung, der Freiheit der Wissenschaften, aber
unter Einhaltung ethischer Werte, wie sie Hans Jonas als "Prinzip
Verantwortung" formulierte: "Handle so, dass die Wirkungen deiner
Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen
Lebens auf Erden."
OTS0166 2005-01-13/13:56
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WKS






