SPÖ-Neujahrskonferenz: Bildungsdiskussion (3) - Niederwieser plädiert für Motivation statt Zwang

Wien (SK) Im Rahmen der SPÖ-Neujahrskonferenz diskutierten
am Donnerstag SPÖ-Politiker mit Experten das Thema "PISA - Was nun?" Für SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser steht fest: "Wir möchten nicht, dass Kinder unter Anhaltung eines Revolvers etwas leisten müssen, vielmehr geht es um Lernmotivation." Er verwies einmal mehr auf das finnische Schulsystem, wo auf Sitzenbleiben verzichtet wird, die Leistungen aber trotzdem stimmen. Rainer Domisch, Zentralrat für Unterrichtswesen in Helsinki, hält die Diskussion über "Bildungsstandards" für "sehr wichtig" und sprach sich für eine jährliche Evaluierung von "Jahrgangsstandards" aus. Auch Günther Haider, Leiter des PISA-Projektzentrums Österreich und Vorsitzender der Zukunftskommission des Bildungsministeriums, hält die Einführung von Bildungsstandards "zweifellos für eine notwendige Maßnahme".****

"Wenn sich eine Schülerin mit 15 Jahren entscheidet, Frisörin oder Verkäuferin zu werden, dann bedeutet das lebenslang", so SPÖ-Abgeordnete Gisela Wurm. Ein späteres "Umlernen" auf einen anderen Beruf sei faktisch unmöglich, da diese Menschen nicht gefördert werden, kritisierte Wurm: "Das ist ein riesengroßes Problem; für diese Gruppe ist das lebenslange Lernen eine Chimäre. Sie verwies außerdem auf den Kostenfaktor: "Das österreichische Schulsystem kostet sehr viel", so Wurm, die die Nachhilfekosten genauso ansprach, wie das "Leid" der Familien. Landesrätin Christa Kranzl zeigte sich zuversichtlich, dass die Parteien nun ihre "ideologischen Scheuklappen" ablegen und begrüßte eine verpflichtende regelmäßige Evaluierung durch unabhängige Personen.

"Individuelle Förderung ist das Entscheidende", zeigte sich SPÖ-Behindertensprecherin Christine Lapp über das finnische Bildungssystem, in dem "Inklusion" bereits gelebt wird, überzeugt. Sie sieht in Österreich in diesem Bereich allerdings noch "sehr große Berge vor sich, vor allem wenn ÖVP-Sozialsprecher Tancsits davon spricht, dass Schule für Bildung, aber nicht für Integration zuständig ist". Bundesschulsprecherin Selma Schmid sprach sich gegen Bildungsstandards aus, da diese ein weiteres "Selektionsmittel", nach dem Motto "Wo kommen die Guten hin, wo die Schlechten", seien und diese Tests nur zeigen würden, was die SchülerInnen auswendig gelernt haben, und nicht was nachhaltig gelernt wurde. (Schluss) sk

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