Amon: Kein roter Faden in SPÖ-Bildungspolitik

Uralt-Modelle werden in Einigkeit getrommelt - neue Ansätze lösen in SPÖ Meinungsverschiedenheiten aus

Wien, 13. Jänner 2005 (ÖVP-PK) Wenn SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal im Zuge der heutigen Bildungsdiskussion bei der Neujahrskonferenz der SPÖ "Unruhe" orte, "verschließt er wohl als einer der letzten in Österreich seine Augen vor dem Zustand seiner eigenen Partei", sagte heute, Donnerstag, ÖVP-Bildungssprecher Abg.z.NR Werner Amon. Warum es im Bildungsbereich bei der SPÖ weniger Zick-Zack-Linien und Uneinigkeiten gebe als bei anderen Themen, liege auf der Hand: "Die Modelle, die die SPÖ heute als neue Konzepte verkaufen will, haben die heutigen Spitzenfunktionäre der SPÖ großteils wahrscheinlich bereits in ihren SJ-Zeiten als neu kennen gelernt", so Amon. ****

Der Regierung Reformstau vorzuwerfen, sei angesichts dessen,
dass im Moment mit dem Abschluss des Projekts "klasse:zukunft"
durch den Endbericht der von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer eingesetzten Zukunftskommission eines der größten Reformprojekte im Bildungsbereich in den vergangenen vierzig Jahren umgesetzt werde, "eine Farce - offenbar ist die SPÖ so 'startklar' nach hinten, dass sie ein Update über die laufenden Reformprojekte dringend benötigt".

Gerade, wenn es wie im Bildungsbereich darum gehe, langfristige Maßnahmen zu entwickeln, die sich so entscheidend auf die Zukunft der jungen Menschen in unserem Land und auch ihre Chancen
auswirken, werde man mit "Archivstücken der SPÖ zum Thema Bildung" gar nichts erreichen. Unseriös sei es ebenso, sich aus anderen gewachsenen Systemen bloß Stückwerke herauspicken zu wollen. "Der finnische Bildungsexperte Rainer Domisch weiß genau, dass im finnischen Bildungssystem die Auswahl der Lehrerinnen und Lehrer eine große Rolle spielt - nur etwa jeder 17. Lehramtsstudienbewerber wird dort angenommen", erläuterte Amon, der die SPÖ einlud, "sich einmal in dieser Frage Gedanken zu machen:
Während Parteichef Alfred Gusenbauer sich ja vor kurzem noch für Auswahlverfahren vor der Lehrerausbildung ausgesprochen hat, war sein Bildungssprecher Erwin Niederwieser dagegen - auch hier fehlt der rote Faden in der SPÖ-Bildungspolitik", sagte der ÖVP-Bildungssprecher.

Auch in der Frage der Nachmittagsbetreuung hinke die SPÖ den Maßnahmen der Regierung weit hinterher. "Bildungsministerin Gehrer hat hier bereits im Jahr 2003 Akzente gesetzt: Mit einer bedarfsorientierten Ausweitung der Nachmittagsangebote. In diesem Schuljahr stehen bereits 10.000 zusätzliche Plätze zur Verfügung, etwas mehr als 8.000 davon wurden abgerufen", führte der ÖVP-Bildungssprecher aus. Bei der Frage nach einer Neuordnung der Frühförderung herrsche grundsätzliche Einigkeit zwischen den Parteien. "Insbesondere bei den Kindern mit Migrationshintergrund stehen wir hier vor einer großen Herausforderung." Auch in dieser Frage sein Österreich mit Finnland nicht vergleichbar, "der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund liegt bei uns ein vielfaches höher".

Insgesamt warnte Amon davor, "Daten und Bereiche zu vergleichen, die einfach nicht vergleichbar sind". Etwa was die Jugendarbeitslosigkeit, an der der Erfolg eines Bildungssystems
auch messbar sei, anlange, "möchte ich mit Finnland nicht tauschen:
Während Österreich ständig unter den Ländern mit der EU-weit niedrigsten Jugendarbeitslosigkeit liegt, hat hier Finnland großen Aufholbedarf", erläuterte der ÖVP-Bildungssprecher abschließend.

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