ÖGB-Steuertipps für KleinverdienerInnen auf www.oegb.at

Viele Frauen können sich Steuergutschrift vom Finanzamt holen

Wien (ÖGB) - "Geld für Frauen" ist das Thema der heutigen Steuerinfo-Tagung des österreichischen Netzwerks gegen Armut und soziale Ausgrenzung. "Für KleinverdienerInnen und AlleinerzieherInnen gibt es in vielen Fällen die Möglichkeit, sich vom Finanzamt über die so genannte Negativsteuer Geld zu holen. Das betrifft vor allem Frauen, da sie den Großteil der niedrig Verdienenden stellen. Die Frauen sollten diese Möglichkeit stärker nützen", rät die Leiterin des ÖGB-Beratungszentrums, Elisabeth Rolzhauser.++++

ArbeitnehmerInnen mit niedrigem Einkommen zahlen keine Lohnsteuer. Das sind vor allem Teilzeitbeschäftigte, Lehrlinge und geringfügig Beschäftigte. Abgaben in die Sozialversicherung fallen aber auch für die meisten "KleinverdienerInnen" an. Denn alle ArbeitnehmerInnen, die ein Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze haben, sind sozialversichert. "Zehn Prozent der gezahlten Sozialversicherung, maximal aber 110 Euro im Jahr, können sich ArbeitnehmerInnen, die keine Lohnsteuer zahlen, vom Finanzamt als Negativsteuer zurückholen", sagt Rolzhauser. Auch geringfügig Beschäftigte, die freiwillig in die Kranken- und Pensionsversicherung zahlen, können die Negativsteuer beantragen. "Um das Geld zu bekommen, müssen die Betroffenen eine ArbeitnehmerInnen-Veranlagung machen. Den Antrag kann man immer erst nach Ablauf des jeweiligen Jahres stellen und zwar bis fünf Jahre rückwirkend. Heuer kann man also die Veranlagung für 2004 machen sowie für die Jahre 2000 bis 2003", erläutert Rolzhauser.

Wie viel darf man verdienen, um die Negativsteuer zu bekommen?

Wer 2004 bis ca. 1130 Euro brutto im Monat verdient hat, kann die Negativsteuer beantragen. "Für AlleinverdienerInnen und AlleinerzieherInnen gelten - in Abhängigkeit von der Zahl der Kinder - etwas höhere Einkommensgrenzen", erläutert Rolzhauser. Für AlleinverdienerInnen und AlleinerzieherInnen mit drei Kindern liegt die Einkommensgrenze bei ca. 1360 Euro brutto im Monat.

AlleinverdienerInnen und AlleinerzieherInnen mit geringem oder keinem Einkommen können zudem auch den AlleinerzieherInnen- bzw. den AlleinverdienerInnen-Absetzbetrag als Negativsteuer beantragen. Die Höhe dieses Absetzbetrages inklusive des mit der Steuerreform eingeführten Kinderzuschlages beträgt bei einem Kind 494 Euro im Jahr. Bei zwei Kindern steigt er auf 669 Euro, für jedes weitere Kind kommen 220 Euro dazu. "Auf die Auszahlung des Absetzbetrages durch das Finanzamt haben auch Personen Anspruch, die in dem betreffenden Kalenderjahr überhaupt keine Einkünfte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit hatten. Das bedeutet, dass zum Beispiel auch Frauen, die allein erziehend sind und die 2004 das Kindergeld bezogen haben, ein Recht auf den Absetzbetrag haben", so Rolzhauser.

Service: Die nötigen Formulare für die Negativsteuer und eine Ausfüllhilfe finden Sie unter www.oegb.at (Rubrik "Steuertipps für KleinverdienerInnen").

ÖGB, 13. Jänner
2005
Nr. 9

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