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"Auf Sicht fahren" hätte Massenkarambolage auf der A1 verhindern können

Kein kompliziertes, störanfälliges Gerät, keine Wissenschaft, sondern banales Grundwissen, das jeder Autofahrer von seiner Fahrschulausbildung kennen sollte

Wien (PWK020) - Eine Massenkarambolage hat Dienstag Vormittag, auf der Westautobahn zwischen Haag und St. Valentin, fünf Schwer- und mehr als 20 Leichtverletzte gefordert. Im dichten Nebel war es zu diesem Unfall gekommen, nachdem ein Lkw aus noch ungeklärter Ursache ins Schleudern kam, umkippte und schließlich quer über der Fahrbahn liegen blieb.
Zuerst krachte ein Cabrio dagegen und wurde unter den Lastwagen gedrückt. Dann versuchten weitere, nachkommende Autofahrer erfolglos auszuweichen. Im dichten Nebel kam es schließlich zu einer Massenkarambolage.

Warum spielen Autofahrer bei schlechten Sichtverhältnissen mit ihrem eigenen Leben russisches Roulette. Ist es wirklich nur Unwissenheit, oder der viel zitierte Stress, der Autofahrer wider besseren Wissens, bei schlechter Sicht, viel zu schnell fahren lässt. Frei nach dem Motto: "Da bin ich schon 1000mal ohne Probleme gefahren, daher wird auch heute die Fahrbahn frei sein."

"Auf Sicht fahren", appelliert Norbert Hausherr, Obmann des Fachverbands der Fahrschulen. Kein kompliziertes, störanfälliges Gerät, keine Wissenschaft, sondern banales Grundwissen, dass jeder Autofahrer von seiner Fahrschulausbildung kennen sollte.

Wer sich einer Nebelwand nähert, muss sofort sein Tempo reduzieren, noch bevor die Nebelwand erreicht wird. Ist bei Tempo 130 und 20 Metern Sicht die Fahrbahn blockiert, bleibt nicht einmal mehr die Zeit zu reagieren. Ein Aufprall mit Tempo 130 ist meistens die tödliche Folge.

Hier ist die Sekundenmethode ein unkompliziertes Mittel zur Kontrolle der richtigen Geschwindigkeit. Taucht im Nebel ein unbeleuchteter Gegenstand (Verkehrszeichen, Schneestange, Brückenpfeiler) auf, beginnt man zu zählen. Bei 100 km/h müssen mindestens vier Sekunden vergehen, bevor dieser Gegenstand erreicht wird.
Ist man früher dort, ist die Geschwindigkeit zu hoch.

Experten fordern zudem immer wieder zusätzliche Nebelvorwarngeräte.
Wahrscheinlich so zwecklos wie die Markierungen auf manchen Stellen der Autobahn, die eine Kontrolle des Sicherheitsabstandes erleichtern sollen.
"Was sollen diese Geräte bewirken? Man wird doch nicht ernsthaft meinen, dass Autofahrer Nebel nicht erkennen", gibt Hausherr zu bedenken und weiter,
"die Anzeige "Achtung Nebel" alleine ist vollkommen sinnlos, wir müssen es schaffen, dass bei Nebel richtig reagiert - sprich langsamer gefahren - wird!" (EBK)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband der Fahrschulen
Marcus Reisinger
Tel.: (++43) 0590 900-3161
http://wko.at/Presse

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