NEWS: Politisches Asyl für Saddam-Freund in Wien

Enger Vertrauter des Ex-Irak-Diktators bekam blitzartig Asyl in Österreich. Geheime Asyl-Akte spricht von "Intervention"

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass der einst enge Vertraute und langjährige Maler der offiziellen Portraits des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein, Mukhaled Al-Mukhtar, jetzt in Österreich Asyl bekommen hat. Al-Mukhtar war am 30. Oktober 2004 über Wien-Schwechat mit einem gültigen Visum, ausgestellt von der österreichischen Botschaft in Amman (Jordanien), eingereist. Am 11. November hat er Asyl beantragt, schon am 12. November wurde er in Traiskirchen einvernommen.

Bei seiner Einvernahme gab er an: "Ich wurde von den jordanischen Behörden aufgefordert, das Land zu verlassen, da ich auf den irakischen Fahndungslisten stehe. Entweder lassen mich die irakischen Politiker verhaften und richten mich hin oder die amerikanischen Besatzungstruppen nehmen mich fest, foltern mich und liefern mich dann den Irakern aus, damit sie mich hinrichten."

Bereits am 9. Dezember wurde Al-Mukhtar nach nur einer einzigen Einvernahme Asyl nach § 7 Asylgesetz 2003 gewährt. In seiner Asylakte ist zudem von einer "Intervention" die Rede, die man heute im Innenministerium allerdings in Abrede stellt. Vielmehr habe das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung überprüfen wollen, ob für Al-Mukhtar interveniert worden sei, zudem hätte seine Identität noch einmal überprüft werden müssen.

Im NEWS-Interview bedankt sich Al-Mukhtar überschwänglich bei Österreich: "Ich bin den Behörden, der Regierung und besonders dem Innenministerium unendlich dankbar. Das Innenministerium hat mir als Künstler sehr geholfen. Darum werde ich große Bilder malen über die Kultur der Menschlichkeit in Österreich. Ich werde diese Bilder einem österreichischen Museum schenken."

Über seine Zeit bei Saddam Hussein sagt Mukhtar: "Ich habe die offiziellen Portraits für ihn gemalen. Ich habe ihn persönlich gut gekannt und oft getroffen. Er kannte alle bedeutenden Künstler und war überhaupt sehr an Kunst interessiert. Saddam suchte Leute, die bekannt und populär waren. Als der Generaldirektor des "Saddam Art Center" neu zu besetzen war, hat er jemanden gesucht, der diesen Anforderungen entspricht. So ist man auf mich gekommen."

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