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SPÖ-Neujahrskonferenz: Gusenbauer (1) - Zusammenhalt und Solidarität haben Österreichs Aufstieg ermöglicht

2005 Anlass für stolze Rückschau und für Aufzeigen von Fehlentwicklungen

Wien (SK) "Der Zusammenhalt und die Solidarität in
Österreich, das Prinzip 'Leben und leben lassen', das Ermöglichen demokratischer Mitbestimmung, das Aufeinanderschauen und nicht das Schauen auf sich haben den Aufstieg unseres Landes seit 1945 ermöglicht. Diese Tugenden sind auch die besten Wegweiser in die Zukunft", erklärte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer Mittwoch in seiner Rede bei der SPÖ-Neujahrskonferenz. Auch anlässlich der Flutkatastrophe in Südostasien hätten die Österreicherinnen und Österreicher wieder enorme Hilfsbereitschaft und Solidarität gezeigt; eine Hilfsbereitschaft, die sich bei der österreichischen Bevölkerung wie ein roter Faden durch die Geschichte seit 1945 ziehe. ****

"Von der Regierung erwarten wir uns eine ebensolche Solidarität, wie sie von der Bevölkerung kommt", so Gusenbauer, der betonte, dass es zu begrüßen sei, dass die Regierung doch noch nach einigem Zögern Hilfsgelder in größerem Ausmaß zugesagt habe. Dennoch müsse endlich das erschreckend niedrige Niveau der österreichischen Entwicklungshilfe auf europäisches Niveau gebracht werden - dazu sei das Jahr 2005, das der Erinnerung diene, geeignet. Insgesamt sei das Jahr 2005 Anlass für eine stolze Rückschau, aber man müsse auch die Irrtümer und Fehlentwicklungen der Geschichte aufzeigen und daraus lernen.

Der SPÖ-Vorsitzende führte weiters aus, dass es das größte Glück sei, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort geboren zu werden. Die Österreicherinnen und Österreicher gehörten daher heute zu den glücklichsten Menschen der Welt. "Es ist ein großes Glück, heute in Österreich zu leben und seine Träume verwirklichen zu können", so Gusenbauer, der hinzufügte, dass Österreich seit 1945 viel Glück gehabt habe: Die Nationalsozialisten seien von den Alliierten besiegt worden, und 1954/55 habe es mit dem Staatsvertrag, der Österreichs Souveränität wiederhergestellt habe, ein "Mondfenster in der Geschichte" gegeben.

Glück allein reiche aber nicht aus, es sei auch der Fleiß und der Aufbauwille der Österreicherinnen und Österreicher gewesen, der Österreich zu einem der wohlhabendsten Länder gemacht habe. Und es sei auch eine politische Entscheidung für die Freiheit gewesen, so Gusenbauer, der in diesem Zusammenhang auf die Wahlen 1945 hinwies, die vor allem auch von den Frauen entschieden worden seien. "60 Jahre danach ist die Gleichberechtigung der Frauen aber noch immer nicht völlig verwirklicht. Dies ist eine Bringschuld der Politik."

Zweifelsohne sei die Erfolgsgeschichte Österreichs auch das Werk herausragender politischer Persönlichkeiten aus allen politischen Lagern. Der SPÖ-Vorsitzende unterteilte im Folgenden in drei Phasen - wobei die erste Phase, die Zeit des Wiederaufbaus, untrennbar mit den Namen Figl, Raab, Schärf und Kreisky verbunden sei, die zweite Phase, die Modernisierung des Landes, sei Bruno Kreisky zu verdanken, die dritte Phase, der Eintritt Österreichs in die EU sowie der unverkrampfte Blick zurück, sei mit dem Namen Franz Vranitzky verknüpft.

Aus den Irrtümern der Geschichte lernen

Das Jahr 2005 sei Anlass für eine stolze Rückschau, aber man müsse auch die Irrtümer und Fehlentwicklungen der Geschichte aufzeigen und daraus lernen. Die I. Republik umschrieb der SPÖ-Vorsitzende mit "einem Staat, den keiner wollte", die II. Republik habe Kreisky mit den Worten beschrieben, dass "Österreich zu einer guten Heimat seiner Menschen" geworden sei. Es habe sich ein Wechseln von der I. Republik zu einem neuen österreichischen Patriotismus vollzogen, der verbunden gewesen sei mit materiellem Aufschwung, einer breiten Streuung des Wohlstands, dem Aufbau der Infrastruktur, der Entwicklung eines Sozial- und Wohlfahrtsstaats, dem freien Zugang zu Bildung, einer teilweisen Verwirklichung der Gleichberechtigung, mit Sicherheit, Neutralität und der längsten Friedensperiode. Es habe aber auch eine Entwicklung vom Obrigkeitsstaat hin zu einer Gesellschaft der freien Bürger gegeben. "Heute gehören die arbeitenden Menschen, nicht zu Bittstellern, sondern es gibt eine breite Mittelschicht unter Einbeziehung der arbeitenden Menschen" so Gusenbauer, der betonte, dass der Aufstieg der sogenannten "einfachen Leute" ein von der SPÖ mitgestalteter Weg gewesen sei.

Wie der SPÖ-Vorsitzende betonte, gehörten zu diesen sogenannten einfachen Leuten "die Generation unserer Väter und Mütter, Menschen mit einer klaren Sprache aber ohne große Worte, Menschen die stolz, aber nicht arrogant sind, die friedlich aber nicht unterwürfig, klug aber nicht besserwisserisch, solidarisch aber nicht anspruchslos, tolerant aber nicht prinzipienlos sind - die freien Bürger unseres Landes". (Forts.) cs

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