IÖGV: Appell an den Finanzminister

Falsche Zahlen aus dem Finanzministerium und die unsägliche Aufrechnung der einen Katastrophe mit der anderen.

Wien (OTS) - Das was Finanzminister Grasser vor dem gestrigen Ministerrat getan hat, käme Herrn und Frau Österreicher nie in den Sinn. Die Kontinuität der Spendenbereitschaft der Österreicher ist ungebrochen, unabhängig von der Katastrophe. Absetzbarkeit von Privatspenden zu verneinen mit dem Argument, dass "dies im Moment eine Tragödie höher bewerten würde wie die andere", ist für die IÖGV (Interessensvertretung Österreichischer Gemeinnütziger Vereine) untragbar, so deren Sprecher Alexander Tröbinger.

"Die Österreicher haben gespendet für die Menschen im Kriegsgebiet des ehemaligen Jugoslawien, sie haben gespendet wie die Flut im eigenen Land für Verwüstung sorgte und sie spenden seit Wochen vermehrt für die Opfer der Tsunami-Katastrophe in Südostasien - was sie dafür ernten ist ein Lächeln des Finanzministers und erneut ein kategorisches Nein zur Absetzbarkeit dieser Spenden", so der Sprecher der IÖGV.

Hinzu kommt, dass die viel zitierte Studie des IHS zum Thema steuerliche Absetzbarkeit von Spenden von Seiten des Finanzministeriums permanent übergangen wird. Die Studie besagt, dass der eventuelle Steuerausfall bei 33 Mio. Euro liegen würde; als ein Drittel dessen, was von Seiten des Finanzministers befürchtet wird. Ebenso übergangen wird von Seiten des Finanzministeriums, dass es in den meisten europäischen Ländern Modelle der Absetzbarkeit für private Spenden gibt, dass Österreich einer der letzten Mitgliedstaaten der EU ist, indem diese Möglichkeit noch nicht geschaffen wurde. "Es ist weniger die Frage ob sich Österreich die Absetzbarkeit von Privatspenden budgetär leisten kann, denn vielmehr die Frage, ob sich Österreich diese Position im internationalen Vergleich auf Dauer wird leisten können", gibt Alexander Tröbinger zu Bedenken.

Ein Appell an den Finanzminister Grasser: "Wenn sie es tatsächlich verstehen, dass derzeit erneut die Forderung nach der Möglichkeit der Absetzbarkeit der Spenden laut wird, dann verstehen sie auch, dass wir ihre Argumentation in Anbetracht dieser Tatsachen nicht verstehen. 83 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind für die steuerliche Begünstigung der Arbeit der NPOs - dies hat eine ISMA Umfrage im Jahr 1999 ergeben; Anlass für die Umfrage war die damalige Bereitschaft der Österreicher, den Menschen im Kriegsgebiet des ehemaligen Jugoslawien zu helfen. "Belohnen sie die Österreicher für die kontinuierliche Hilfsbereitschaft!"

32 NPO, von Ärzte ohne Grenzen bis WWF, sind Mitglied der Interessensvertretung Österreichischer Gemeinnütziger Vereine (IÖGV), die das Ziel verfolgt, Rahmenbedingungen für die Arbeit der Non-Profit-Organisationen in Österreich nachhaltig zu verbessern.

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Mag. Alexander Tröbinger
Sprecher der IÖGV
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