"Neues Volksblatt" Kommentar: "Warten" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 12. Jänner 2005

Linz (OTS) - Wo gehobelt wird, fallen Späne, heißt es.
Bei der Neuregelung der Chefarztpflicht fallen viele Späne, vor allem in Form von verärgerten und verunsicherten Patienten.
Allein die Einführung einer Regelung, die absehbar stundenlange Wartezeiten der Patienten provoziert, zeigt, dass die Herrschaften in den Chefetagen ziemlich abgehoben über dem gemeinen Volk schweben, das sich in den Ordinationen drängt und auf Rezepte für Medikamente wartet, die es über ihre Krankenversicherungsbeiträge bereits bezahlt hat.
Von Bürgernähe ist da nichts zu spüren.
Natürlich muss reformiert werden. Umfragen zeigen, dass die Bürger die Notwendigkeit von Reformen, auch von unangenehmen Reformen, einsehen. Die Praxis zeigt, dass die Bürger nicht nur ein Einsehen, sondern auch viel Geduld haben.
Dieses Verständnis der Bürger für das Notwendige verpflichtet aber alle Beteiligten zur größtmöglichen Behutsamkeit und Schonung bei der Umsetzung der Reformen.
Im vorliegenden Fall ist das nicht der Fall, weshalb eine Änderung -besonders in der Einstellung der handelnden Personen - dringend notwendig ist.

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