Rotes Kreuz über Aussagen von Finanzminister Grasser enttäuscht

Wien (Rotes Kreuz) - "Die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien konnten und können sich auf die Solidarität der Menschen in Österreich verlassen", so Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. "Die Aussagen des Finanzministers zur Absetzbarkeit von Privatspenden sind schlichtweg enttäuschend. Was während des Hochwassers in Österreich nicht möglich war, darf jetzt also auch keine Anwendung finden? Und ich glaube nicht, dass es die Aufgabe von humanitären Organisationen sein kann über Gegenfinanzierungsmodelle nachzudenken. Wir ersuchen auch nicht den Bundesminister um Vorschläge zur Ausbildung von Trinkwasserspezialisten", so Kopetzky.

Verschiedenste Studien belegen, dass die Spendenabsetzbarkeit den Staat nur in den ersten Jahren etwas kosten würde, ab dem fünften Jahr überwiegt bereits der Anstieg von Spenden gegenüber den Mindereinnahmen an Steuern.

"Ich denke, dass es für den Staat eine Selbstverständlichkeit sein muss, das vielfältige persönliche Engagement anzuerkennen und zu fördern. Schließlich erspart sich die Republik dadurch jedes Jahr Beträge in Milliardenhöhe. Dennoch belegt Österreich gemeinsam mit Finnland im Bereich der steuerlichen Anerkennung den letzten Platz in der Europäischen Union", erklärt Kopetzky.

Eine Studie der Wirtschaftuniversität schätzt den volkswirtschaftlichen Wert der Freiwilligenarbeit auf 7 Mrd. Euro pro Jahr. Weitere 400 Millionen Euro kommen durch Spenden hinzu. "Damit werden Leistungen finanziert, für die sonst der Staat aufkommen oder auf die unsere Gesellschaft verzichten müsste. Diese Betrachtungen sollten es unserer Regierung leicht machen, eine positive Entscheidung zu finden. Hunderttausende SpenderInnen warten besonders in diesen Tagen auf ein echtes Signal von Regierungsseite, das auch ihre Solidarität honoriert wird", so abschließend Kopetzky.

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