"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Keine Panik" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 12. Jänner 2005

Wien (OTS) - Die Industriellenvereinigung hat nicht nur eine neue Führung, sie zeigt auch völlig neue Seiten - und ist beispielsweise dabei, allgemeine Verunsicherung zu schüren: Pensionskürzungen seien unausweichlich, wobei vor allem Kinderlose büßen sollten, warnt Generalsekretär Markus Beyrer. Ach ja: Zur Begründung erklärte er, dass auf einen einzigen Pensionisten im Jahr 2050 nur noch zwei Erwerbstätige kommen würden.
Die Überalterung könnte wirklich so weit gehen. Allein: Das ist noch lange kein Grund, davon auszugehen, dass es unmöglich wird, die Renten auf einem vernünftigen Niveau zu halten.
Ganz im Gegenteil: Die Industriellenvereinigung müsste eigentlich wissen, dass die Produktivität entscheidend ist. Und was das betrifft, so macht ein Vergleich sehr deutlich, dass es überhaupt keinen Grund gibt, gleich panisch zu werden: Um 1900 herum hat ein Bauer drei Konsumenten mit Milch, Käse, Eiern und Wurst versorgt; heute sind die Bauern so produktiv, dass es ein einziger von ihnen schafft, über achtzig Mitmenschen zu ernähren.
Dasselbe gilt natürlich auch für die Altersversorgung: Immer weniger Erwerbstätigen ist es möglich, für immer mehr Pensionisten aufzukommen.

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