ÖGB-Csörgits: Keine Bestrafung Kinderloser im Pensionsrecht

Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern

Wien (ÖGB) - Kategorisch abgelehnt wird von den ÖGB-Frauen der Vorschlag, die Pension für Kinderlose zu kürzen. Das Institut "Austria perspektiv" fordert derartiges in einer von der Industriellenvereinigung und der WKÖ beauftragten Studie, der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Markus Beyrer, unterstützt diesen Vorschlag. Dazu ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits: "Eine Bestrafung kinderloser Menschen kommt für uns nicht in Frage. Um die Benachteiligung von Müttern durch die Pensionsharmonisierung abzufangen, müssen stattdessen die Kindererziehungszeiten besser bewertet werden. Zusätzlich brauchen wir Taten statt leerer Worte in puncto Familienfreundlichkeit von Politik und Wirtschaft."++++

Die ÖGB-Frauen fordern als Bemessungsgrundlage für die Kindererziehung das Medianeinkommen der Frauen und Männer in Höhe von 1.800 Euro zu verwenden. Die Regierung hat mit der Pensionsharmonisierung beschlossen, nur das Medianeinkommen der Frauen zu verwenden, eine Anrechnung gibt es zudem nur 12 statt 14 mal im Jahr, sodass die Bemessungsgrundlage pro Monat nur 1.157 Euro beträgt. Pro Kind müsste zudem eine längere Zeit angerechnet werden, um Einkommenseinbußen aus Zeiten der Teilzeitarbeit abzufangen, verlangen die ÖGB-Frauen. Csörgits: "Wir wollen in abgestufter Form eine Anrechnung der Kindererziehung im Pensionsrecht bis zum 7. Geburtstag des Kindes. Die Regierung war bislang nur zu einer Anrechnung bis zum 4. Geburtstag bereit."

Massiven Handlungsbedarf gibt es auch beim Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. "Das derzeitige Betreuungsangebot, vor allem für Schulkinder und für unter 3-Jährige, ist vollkommen unzureichend", kritisiert Csörgits. Die Daten bestätigen dies:
Österreich hat sich beim Europäischen Rat von Barcelona 2002 dazu verpflichtet, bis 2010 ein Betreuungsangebot für 33 Prozent der unter 3-Jährigen zu schaffen. Derzeit besteht ein Angebot für gerade neun Prozent. Csörgits fordert Bundesmittel für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, doch auch die Wirtschaft müsse ihren Beitrag leisten. "Anstatt für eine Kürzung der Pension Kinderloser einzutreten, sollte Herr Beyrer besser die Unternehmen motivieren, Betriebskindergärten zu schaffen", so Csörgits abschließend.

ÖGB, 11. Jänner
2005
Nr. 7

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