Ö3 Geisterfahrerstatistik 2004: Geisterfahrerrekordhoch auf Österreichs Straßen

Wien (OTS) - Im Hitradio Ö3 wurde vergangenes Jahr insgesamt 550 Mal vor Geisterfahrern gewarnt. Das ist der mit Abstand höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994. Der bisherige Rekordwert lag bei 510 Meldungen aus dem Jahr 2002. Gegenüber 2003 hat sich die Anzahl der Geisterfahrerwarnungen um knapp 9% erhöht.

In der Bundesländerstatistik liegt erstmals Niederösterreich (135 Meldungen, 2003: 97) voran, noch nie seit 1994 gab es in einem Bundesland eine so große Anzahl an Meldungen.
Rang 2 teilen sich die Steiermark (92, 2003: 113) und Kärnten (92, 2003: 78). Dahinter folgen Oberösterreich (77, 2003: 73) und Tirol (69, 2003: 59) und mit etwas Abstand Salzburg (36, 2003: 35), Wien (21, 2003: 25), Vorarlberg (19, 2003: 17) und das Schlusslicht Burgenland (9, 2003: 9).

Deutlich erhöht hat sich die Anzahl der Geisterfahrerwarnungen in den Bundesländern NÖ (+39%, +38 Meldungen), Kärnten (+18%, +14 Meldungen) und Tirol (+17%, +10 Meldungen).
Leicht erhöht hat sich die Anzahl in Vorarlberg (+12%, +2 Meldungen), Oberösterreich (+5%, +4 Meldungen) und Salzburg (+3%, +1 Meldungen). Exakt gleich geblieben ist die Anzahl im Burgenland.
Und deutlich reduziert hat sich die Anzahl in der Steiermark (-19%, -21 Meldungen) und in Wien (-16%, -4 Meldungen).

In der Straßenstatistik führt mit großem Abstand die Südautobahn (A2) mit 153 Meldungen (2003: 115). Auf der Südautobahn haben die Geisterfahrten somit um ein Drittel zugenommen.
Es folgen die Westautobahn (A1) mit 61 Meldungen (2003: 47) und die Inntalautobahn (A12) mit 49 Meldungen (2003: 42).

Auf der Südautobahn (+38 Meldungen, +33%) und der Westautobahn (+14 M., +30%) hat sich die Anzahl jeweils deutlich um etwa ein Drittel erhöht.
Deutlich verringert haben sich die Geisterfahrten auf der Pyhrnautobahn (-28 M., -46%) und auf der Tauernautobahn (-15 M., -29%).

Die wenigsten Geisterfahrer wurden registriert auf der S4 und der S33 mit jeweils 1 Meldung.
Kein einziger Geisterfahrer wurde auf der S2, der Verlängerung der Wiener Südosttangente, und auf der S31, der Burgenlandschnellstraße, wahrgenommen.

Das 2004 am stärksten betroffene Autobahnteilstück war die A2 zwischen Klagenfurt-Ost und dem Knoten Villach im Wörtherseeabschnitt inkl. Nordumfahrung Klagenfurt. Auf diesem Autobahnstück musste 40 Mal (2003: 24) vor Geisterfahrern gewarnt werden.
Bei den diversen Autobahnknoten gab es 37 Mal (2003: 23) Geisterfahreralarm.
Dahinter folgen die A2 im Raum Wiener Neustadt zwischen Baden und Grimmenstein (2003: 24) und die A2 im Wechselabschnitt zwischen Gleisdorf und Grimmenstein (2003: 10) mit jeweils 23 Meldungen.

Deutlich erhöht haben sich die Geisterfahrten
- auf der S6 im niederösterreichischen Abschnitt (2004: 17, 2003: 1; +16 Meldungen oder +1600%)
- auf der A2 im Wechselabschnitt (2004: 23, 2003: 10; +13 Meldungen oder + 130%)
- auf der A1 im Seengebiet (2004: 15, 2003: 7; +8 Meldungen oder + 114%)
- auf der A2 im Wörtherseeabschnitt (2004: 40, 2003: 24; +16 Meldungen oder + 67%)

Am deutlichsten verringert haben sich die Geisterfahrten

  • auf der A9 zwischen Spielfeld und Graz (2004: 8, 2003: 35; -27 Meldungen oder -77%)
  • auf der A10 zwischen Villach und Spittal (2004: 11, 2003: 17; -6 Meldungen oder -35%)

Wann sind Geisterfahrer unterwegs?
Im wie gewohnt stärksten Quartal, dem dritten Quartal 2004, wurden 172 Geisterfahrermeldungen (so viele wie noch nie in einem Quartal) gezählt. Der stärkste Monat war der September 2004 mit 59 Meldungen.

In der Wochentagstatistik führt der Samstag mit 103 Meldungen vor dem Sonntag mit 83 Meldungen. Damit waren am Wochenende im Schnitt deutlich mehr Geisterfahrer unterwegs als an Werktagen.

In der Tagesverteilung dominieren der Vormittag (9-12 Uhr) und der Abend (18-24 Uhr).
Lediglich in den Nachtstunden (0-6 Uhr) sind die Geisterfahrten 2004 zurückgegangen.

In der Tagestatistik sticht der 22. Dezember 2004 hervor. Allein an diesem Tag gab es auf Ö3 insgesamt 9 Mal Geisterfahreralarm, so oft wie nie zuvor an einem Tag. Bis dahin lag der der Höchstwert bei 7 Meldungen pro Tag.

Unfallbilanz
2004 wurde bei Unfällen, die Geisterfahrer verursacht haben, eine Person getötet (Quelle: BM für Inneres). Der tödliche Unfall ereignete sich am 19. August in NÖ auf der A4 der Ostautobahn bei Schwechat.

Unfälle mit einem oder mehreren Verletzten gab es unter anderem
- am 28.1. in Vorarlberg auf der A14 zwischen Götzis und Rankweil. Hier war ein Traktor als Geisterfahrer unterwegs.
- am 11.11. in Tirol auf der A12 zwischen Imst und Landeck
- und am 8.12. in Salzburg auf der A10 im Raum Lammertal.

Bundesländerbilanz im Detail:

Niederösterreich
Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994 liegt Niederösterreich mit 135 Meldungen (2003: 97) in der Bundesländerstatistik alleine auf Rang 1. Noch nie wurden in einem Bundesland so viele Geisterfahrer gezählt wie 2004 in Niederösterreich. Exakt jede vierte Geisterfahrermeldung betraf 2004 Niederösterreich.
Niederösterreich weist mit 39% auch die größte Steigerungsrate gegenüber dem Vorjahr auf.
Bei den Autobahnteilstücken liegen ebenfalls zahlreiche niederösterreichische Abschnitte im Spitzenfeld:
Das niederösterreichische Teilstück mit den meisten Meldungen (österreichweit Rang 3) ist die A2 im Raum Wiener Neustadt zwischen Baden und Grimmenstein mit 23 Meldungen (2003: 24).
Besonders auffällig ist die Situation auf der S6, der Semmeringschnellstraße im niederösterreichischen Abschnitt zwischen dem Knoten Seebenstein und dem im Herbst neu eröffneten Tunnel Semmering. Hier hat sich die Anzahl von 1 auf 17 dramatisch erhöht. Damit ist dieses Teilstück jenes mit der größten Steigerungsrate österreichweit.
Und auch der einzige tödliche Geisterfahrerunfall ereignete sich in NÖ. Eine Person starb am 19.8. auf der A4 der Ostautobahn zwischen Schwechat und der Wiener Stadtgrenze.
Noch ein Kuriosum: Am 24.10. wurde ein Lenker auf der S6 zwischen Maria Schutz und Gloggnitz gleich zwei Mal zum Geisterfahrer, nachdem er zweimal umgedreht hatte.

Steiermark
Die Steiermark liegt erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994 nicht mehr an der Spitze in der Bundesländerwertung, sie wurde von Niederösterreich abgelöst. Die Steiermark teilt sich 2004 den zweiten Rang mit Kärnten.
92 Meldungen (2003: 113) bedeuten ein Minus von 19%. Damit gehört die Steiermark neben Wien (-16%) zu den zwei Bundesländern, in denen sich die Anzahl verringert hat.
Das gefährlichste Autobahnteilstück, das zumindest zu einem Teil in der Steiermark liegt, ist die A2 im Wechselabschnitt zwischen Gleisdorf-Süd und Grimmenstein (österreichweit Rang 4). Hier wurden 23 Geisterfahrer (2003: 10) gezählt.
15 Geisterfahrermeldungen betrafen die A9 zwischen dem Bosrucktunnel und dem Knoten St. Michael (österreichweit Rang 12).
Am auffälligsten ist jedoch die Situation auf der A9 zwischen dem Knoten Graz-West und Spielfeld: Gab es hier 2003 noch 35 Mal Geisterfahreralarm (2003 Rang 1 in ganz Österreich), so verringerte sich die Anzahl der Meldungen 2004 auf 8 Meldungen (-77%). Grund dafür dürfte eine noch 2003 vorgenommene Umstellung bei der Geisterfahrerwarnanlage Leibnitz sein.

Kärnten
Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994 liegt Kärnten in der Bundesländerstatistik auf Rang 2, gleichauf mit der Steiermark. 92 Meldungen (2003: 78) bedeuten ein Plus von 18% und die bislang größte registrierte Jahresanzahl in Kärnten.
Auch das Teilstück mit den meisten Geisterfahrern in ganz Österreich befindet sich in Kärnten: Auf der A2 zwischen Klagenfurt-Ost und dem Knoten Villach (2003: Rang 2) gab es 40 Mal Geisterfahreralarm (2003:
24). Somit hat sich in diesem Autobahnabschnitt die Anzahl um zwei Drittel erhöht.
Österreichweit auf Rang 9 liegt die A2 zwischen Klagenfurt-Ost und Bad St. Leonhard, wo sich die Anzahl von 14 auf 16 erhöht hat.
Zu einer Reduktion in Kärnten kam es hingegen auf der A10 zwischen Spittal und dem Katschbergtunnel von 7 auf 3 Meldungen und auf der A11 von 4 auf 2.
Und am 22.12.2004, dem Rekordtag mit österreichweit 9 Meldungen an einem Tag, wurden alleine in Kärnten fünf Geisterfahrer gezählt.

Oberösterreich
Oberösterreich liegt wie schon 2003 auf Rang 4 in der Bundesländerstatistik. Mit 77 Meldungen hat sich die Anzahl um 4 Meldungen oder um 5% leicht erhöht.
Bei den Autobahnteilstücken am deutlichsten zugenommen hat die Anzahl der Geisterfahrer auf der A1 im Seengebiet zwischen Vorchdorf und Mondsee von 7 auf 15 (österreichweit Rang 11). Hier haben sich die Meldungen also mehr als verdoppelt.
Auf der A8 im Raum Wels zwischen dem Voralpenkreuz und Haag gab es eine Zunahme von 10 auf 12.
7 zusätzliche Geisterfahrer wurden beim Autobahnknoten Wels A8/A25 gezählt. Auf der A25 gab es 2004 3 Geisterfahrer (2003: 5).
Leicht verringert haben sich die Werte im Großraum Linz (A7 im Stadtgebiet 16 auf 14, A1 zwischen Vorchdorf und Asten 16 auf 12). Insgesamt vier Geisterfahrer gab es auf der A9 zwischen dem Voralpenkreuz und dem Bosrucktunnel. Diese Anzahl könnte sich 2005 nach Fertigstellung und somit Verlängerung der A9 bei Kirchdorf erhöhen.

Tirol
Erstmals seit zwei Jahren hat sich in Tirol die Zahl der Geisterfahrer erhöht, und zwar von 59 auf 69 oder um 17 %.
Das Tiroler Teilstück mit den meisten Geisterfahrern war die A12 im Unterland zwischen Innsbruck-Ost und Kufstein mit 22 (2003: 24) Meldungen (österreichweit Rang 5), gefolgt von der A12 zwischen Innsbruck-Ost und Telfs-West mit 16 Meldungen (österreichweit Rang 8). Bei letzterem gab es ein Plus von 5 Meldungen oder 45%. Auf der A13 zwischen Innsbruck und Matrei gab es 14 Mal Geisterfahreralarm (2003: 13), auf der A12 im Oberland zwischen Telfs-West und Landeck 11 Mal (2003: 7).
Kein einziger Geisterfahrer wurde 2004 auf der S16 zwischen Landeck und dem Arlbergtunnel registriert.
Am 11.11.2004 verursachte ein Geisterfahrer auf der A12 zwischen Landeck und Imst einen Unfall, bei dem zwei Personen verletzt wurden.

Salzburg
Auf den rund 140 Autobahnkilometern in Salzburg gab es 2004 36 Mal Geisterfahreralarm (2003: 35). Die Anzahl ist also nahezu gleich geblieben. Am stärksten betroffen war die A10 im Abschnitt Pongau zwischen Flachau und Paß Lueg, wo 15 (2003: 18) Geisterfahrer gezählt wurden. Dieser Abschnitt, der traditionell zu den gefährlichsten Teilstücken in ganz Österreich zählt, rangiert 2004 "nur" auf Rang 10 in der Österreichwertung.
Hingegen mehr als verdoppelt haben sich die Geisterfahrten auf der A1 im Salzburger Gebiet von 6 auf 13.
Bei einem Unfall am 8.12. auf der A10 bei Lammertal wurde der Geisterfahrer schwer, der entgegenkommende Lenker leicht verletzt. Übrigens: Im benachbarten Bayern auf der A8 bei München forderte ein Geisterfahrerunfall Mitte August 4 Tote.

Wien
Wien gehört mit der Steiermark zu den beiden Bundesländern, wo sich die Geisterfahrten gegenüber 2003 reduziert haben, nämlich von 25 auf 21 oder um 16%.
Unterschiede gibt es bei den Autobahnteilstücken: Während sich auf der Südosttangente die Geisterfahrten von 5 auf 2 mehr als halbiert haben, haben sie sich auf der A4 im Stadtgebiet von 5 auf 9 nahezu verdoppelt. Auf der A22 im Stadtgebiet waren vier Geisterfahrer unterwegs, auf der S2 kein einziger.
Übrigens gab es auch abseits der Wiener Autobahnen und Schnellstraßen im vergangen Jahr Geisterfahreralarm, nämlich einmal am Wiedner Gürtel.

Vorarlberg
In Vorarlberg ist die Anzahl der Geisterfahrer in den letzten sechs Jahren nahezu konstant geblieben. 2004 beträgt der Gesamtwert 19 (2003: 17), wobei es auf der S16 vier mal (2003: 0), am Knotenpunkt A14/S16 zwei Mal und auf der A14 dreizehn Mal Geisterfahreralarm gab. Das am stärksten betroffene Vorarlberger Teilstück war die A14 zwischen Dornbirn und Feldkirch mit 6 Meldungen (österreichweit Rang 31).Ein Kuriosum gab es am 28.1.: An diesem Tag war ein Traktor auf der A14 im Raum Götzis als Geisterfahrer unterwegs. Der Lenker verursachte einen Unfall, bei dem drei Personen verletzt wurden.

Burgenland
Zum sechsten Mal hintereinander bildet das Burgenland das Schlusslicht in der Bundesländerwertung der Geisterfahrerstatistik, obwohl es im Burgenland mehr Autobahn- und Schnellstraßenkilometer gibt als in Vorarlberg und Wien. Mit 9 Meldungen ist die Zahl gegenüber 2003 exakt gleich geblieben.
Das am stärksten betroffene burgenländische Teilstück war die A4 zwischen Bruck-Ost und Nickelsdorf mit vier Meldungen. Keinen einzigen Geisterfahrer gab es auf der S4 im Burgenland und auf der gesamten S31.

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