"Neues Volksblatt" Kommentar: "Kontrolle" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 11. Jänner 2005

Linz (OTS) - Zuerst das Silvesterfeuerwerk, dann der Opernball, jetzt die Abfangjäger: Auf der Suche nach Verzichtbarem, um noch mehr Mittel für die Tsunami-Opfer aufbringen zu können, ist kein populistischer Gipfel zu hoch. Wer weiß, vielleicht schlägt demnächst jemand vor, jeder Autobesitzer soll fünfmal in eine Radarfalle fahren, damit aus den Strafen die Spendengelder aufgestockt werden können.
Keine Frage: Die große Spendenbereitschaft ist höchst erfreulich. Und gerade weil die Menschen, aber auch die öffentlichen Hände für die Ärmsten viel geben, ist besondere Obacht bei der Verwendung der Gelder geboten. Wenn in zwei Monaten die zerstörte Tourismusinfrastruktur wieder funktioniert, sich für die Einheimischen in Indonesien, Thailand oder auf Sri Lanka aber nichts geändert hat, wäre etwas schief gelaufen. Dass sich Österreich dem projektbezogenen Wiederaufbau verschrieben hat, kann also nur begrüßt werden. So ist am ehesten gewährleistet, dass jene unterstützt werden, die Hilfe am dringendsten brauchen. Eine entsprechende Kontrolle ist dabei nicht als Misstrauen zu sehen, sondern als Garant bestmöglicher Hilfe.

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