LH Haider fordert sofortigen Stopp der neuen Arzneimittelverschreibung

Gesundheitsministerium schafft lauter Verlierer - Staat wird zur Kasse gebeten, Patienten werden schikaniert und Ärzte verzweifeln

Klagenfurt (LPD) - Die sofortige ersatzlose Streichung der seit Jahresbeginn geltenden neuen Regeln für die Verschreibung von Medikamenten forderte heute, Montag, Landeshauptmann Jörg Haider. Die neue Verordnung würde in allen Bereichen nur Verlierer schaffen.

"Das Gesundheitsministerium wird zu einer akuten Gefahr für unser funktionierendes Gesundheitssystem", so der Kärntner Landeshauptmann. Patienten würden durch die neue Verordnung schikaniert und müssten mehr zahlen, der Staat werde zur Kasse gebeten, weil für die Arzneimittel mehr statt weniger Kosten anfielen und die Ärzte verzweifelten, weil ihr bürokratischer Aufwand explodiere. "Mit dieser Verordnung hat das Gesundheitsministerium das Kunststück zusammen gebracht, lauter Verlierer zu schaffen", kritisierte Haider.

Haider illustrierte das Versagen des Ministeriums an einigen Beispielen. So würde ein Leukämiekranker nicht mehr die vom Krankenhaus verschriebene Menge eines blutverdünnenden Mittels erhalten: "Statt der bisher üblichen 60 Milliliter-Einheiten werden ihm nur mehr 20- und 40-Milliliter-Packungen bewilligt." Da für jede weitere Packung die zusätzliche Rezeptgebühr anfalle, koste das den Kranken um 50 Euro im Monat mehr. "Auch der Staat zahlt mehr, weil die kleineren Packungen um über 20 Euro mehr kosten, als die Großeinheit", berichtete Haider.

Ähnliche Schikanen wusste Haider von einer Frau zu berichten, die ein Hautleiden mit einer speziellen Salbe behandeln müsse: "Statt einer Großpackung, die 64 Euro und einmal Rezeptgebühr kostet, werden nur mehr 30 kleinere Einheiten genehmigt, für die 30 Mal Rezeptgebühr bezahlt werden muss und die insgesamt doppelt so teuer sind wie eine Großpackung."

Diese beiden Fälle würden deutlich zeigen, wie absurd die neue Regelung des Gesundheitsministeriums sei, betonte der Kärntner Landeshauptmann. "Hier haben Bürokraten nach einer Ersatzlösung für die Chefarztpflicht gesucht und herausgekommen ist das totale Chaos und eine Schikane für Zehntausende Patienten in Österreich." Der größte Fehler der Verordnung sei das Verbot der für Patienten und Staat wirtschaftlich sinnvollen Großpackungen, so Haider.

"Die einzige Therapie für diesen Ministeriums-Pfusch ist die Freigabe der Medikamentenverschreibung", forderte der Kärntner Landeshauptmann. Ein vernünftiges Ergebnis sei mit Hilfe der Ärzte, die wüssten, was die Patienten brauchen und die auch die ökonomischen Aspekte beachten, möglich. Eine solche Freigabe sollte man drei Monate erproben, so Haider weiter. "Bis dahin kann man im Gesundheitsministerium vielleicht eine Lösung finden, die nicht so chaotisch ist wie die jetzige oder aber man erreicht eine praktikable Regelung im Zusammenhang mit der e-card."
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