• 10.01.2005, 10:48:54
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Land der Zukunft 2: Prisching: Moderne Gesellschaften an Schwelle zu neuer Epoche

Mit Selbstvertrauen in Zukunft blicken und gehen

Graz, 10. Jänner 2005 (ÖVP-PD) "Die modernen Gesellschaften stehen an
der Schwelle zu einer neuen Epoche", so der Soziologe Univ.-Prof. Dr.
Manfred Prisching heute, Montag, bei der ÖVP-Auftaktveranstaltung zum
Gedankenjahr 2005 unter dem Motto "Land der Zukunft" im Kunsthaus
Graz. Prisching sprach im Rahmen seines Vortrages von den
Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und forderte auf, "mit einem
gewissen Selbstvertrauen" in die Zukunft zu blicken und zu gehen.
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Nach dem "Jahrhundert der Extreme" (Eric Hobsbawm) zeichnen sowohl
Euphoriker als auch Apokalyptiker "aufregende Gemälde der nächsten
Dezenien", sagte Prisching. "Wir müssen uns zwischen Optimismus und
Pessimismus verorten", so der Soziologe weiter. In diesem
Zusammenhang wies er auf den bekannten Vergleich mit dem Wasserglas
hin - dieses sei je nach Sichtweise halb voll oder halb leer. Er
räumt ein, dass "uns nicht alles gefällt auf der Welt oder in unserem
Land. Wir sind kein harmonisches Wohlstandsparadies, aber wir haben
viel Bewundernswertes zustande gebracht." Wolle man die Moderne
verstehen, so müsse man ihre Widersprüche verstehen.

Die Aufgaben für das 21. Jahrhundert sieht Prisching in verschiedenen
Bereichen: Beim Bau des neuen Europas müsse man sich vor
"übertriebenen Erwartungen" hüten: "Das neue Europa ist ein
supra-nationales Gebilde neuer Art, ohne historisches Vorbild."
Staat und Demokratie betreffend ist für Prisching das
"Mehrebenenmodell" in Zukunft zentral: Demnach soll es
unterschiedliche Kompetenzen und Akteure auf unterschiedlichen Ebenen
und mit unterschiedlichen Reichweiten geben. Im Bezug auf Wohlstand
warnt Prisching, diesen als Selbstverständlichkeit zu sehen. Um den
Wohlstand zu halten, müssten Schwerpunkte in den Bereichen
Wissenschaft, Forschung und Entwicklung gesetzt werden. In einer
"Wissensgesellschaft" seien Köpfe, nicht Ressourcen, entscheidend.
"Ein Land mit Spitzeneinkommen, wie Österreich, braucht
Spitzeninnovation uns Spitzenqualifikation."

In der Arbeitswelt der Zukunft ortet Prisching einen
Bedeutungsverlust der "Normalarbeitsverhältnisse" zugunsten der
"irregulären Verhältnissen", sprich Teilzeitjobs, Projektarbeiten
etc. Eine nachdenkliche Entwicklung sieht er im Bereich der privaten
Institutionen: "Familien zerfallen, Geburtenraten sinken", so der
Soziologe. Als Verbindungselement zwischen Vergangenheit und Zukunft
sieht er die Kultur. Wichtig sei auch eine Erweiterung des
"kulturellen Horizonts": "Die ganze Welt ist überall, in ihrer
Vielfalt und ihrer Unterschiedlichkeit." Abschließend warnte
Prisching vor der Tendenz, "die Unsicherheit niederzudröhnen im
Kaufrausch". Vielmehr sollten wir mit einem gewissen Selbstvertrauen
in die Zukunft gehen: "Irgendwie sind die Menschen ja auch ziemlich
erfinderische Wesen."

Rückfragehinweis: ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien
Tel.:(01) 401 26-420; Internet: http://www.oevp.at

OTS0055    2005-01-10/10:48

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