Land der Zukunft 2: Prisching: Moderne Gesellschaften an Schwelle zu neuer Epoche

Mit Selbstvertrauen in Zukunft blicken und gehen

Graz, 10. Jänner 2005 (ÖVP-PD) "Die modernen Gesellschaften stehen an der Schwelle zu einer neuen Epoche", so der Soziologe Univ.-Prof. Dr. Manfred Prisching heute, Montag, bei der ÖVP-Auftaktveranstaltung zum Gedankenjahr 2005 unter dem Motto "Land der Zukunft" im Kunsthaus Graz. Prisching sprach im Rahmen seines Vortrages von den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und forderte auf, "mit einem gewissen Selbstvertrauen" in die Zukunft zu blicken und zu gehen. ****

Nach dem "Jahrhundert der Extreme" (Eric Hobsbawm) zeichnen sowohl Euphoriker als auch Apokalyptiker "aufregende Gemälde der nächsten Dezenien", sagte Prisching. "Wir müssen uns zwischen Optimismus und Pessimismus verorten", so der Soziologe weiter. In diesem Zusammenhang wies er auf den bekannten Vergleich mit dem Wasserglas hin - dieses sei je nach Sichtweise halb voll oder halb leer. Er räumt ein, dass "uns nicht alles gefällt auf der Welt oder in unserem Land. Wir sind kein harmonisches Wohlstandsparadies, aber wir haben viel Bewundernswertes zustande gebracht." Wolle man die Moderne verstehen, so müsse man ihre Widersprüche verstehen.

Die Aufgaben für das 21. Jahrhundert sieht Prisching in verschiedenen Bereichen: Beim Bau des neuen Europas müsse man sich vor "übertriebenen Erwartungen" hüten: "Das neue Europa ist ein supra-nationales Gebilde neuer Art, ohne historisches Vorbild." Staat und Demokratie betreffend ist für Prisching das "Mehrebenenmodell" in Zukunft zentral: Demnach soll es unterschiedliche Kompetenzen und Akteure auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Reichweiten geben. Im Bezug auf Wohlstand warnt Prisching, diesen als Selbstverständlichkeit zu sehen. Um den Wohlstand zu halten, müssten Schwerpunkte in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Entwicklung gesetzt werden. In einer "Wissensgesellschaft" seien Köpfe, nicht Ressourcen, entscheidend. "Ein Land mit Spitzeneinkommen, wie Österreich, braucht Spitzeninnovation uns Spitzenqualifikation."

In der Arbeitswelt der Zukunft ortet Prisching einen Bedeutungsverlust der "Normalarbeitsverhältnisse" zugunsten der "irregulären Verhältnissen", sprich Teilzeitjobs, Projektarbeiten etc. Eine nachdenkliche Entwicklung sieht er im Bereich der privaten Institutionen: "Familien zerfallen, Geburtenraten sinken", so der Soziologe. Als Verbindungselement zwischen Vergangenheit und Zukunft sieht er die Kultur. Wichtig sei auch eine Erweiterung des "kulturellen Horizonts": "Die ganze Welt ist überall, in ihrer Vielfalt und ihrer Unterschiedlichkeit." Abschließend warnte Prisching vor der Tendenz, "die Unsicherheit niederzudröhnen im Kaufrausch". Vielmehr sollten wir mit einem gewissen Selbstvertrauen in die Zukunft gehen: "Irgendwie sind die Menschen ja auch ziemlich erfinderische Wesen."

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien
Tel.:(01) 401 26-420; Internet: http://www.oevp.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVP0002