Kadenbach: Einkommens- und Arbeitsmarktsituation der Frauen verschlechtert sich

Frauenpolitik macht Rückschritte statt Fortschritte

St. Pölten, (SPI) - Das vergangene Jahr war für Jobsuchende nicht gerade ein gutes. Vor allem für Frauen hat sich die Situation dramatisch verschärft. "Dass Frauen bei gleicher Arbeit nicht den gleichen Lohn erhalten, ist leider, ein altes Lied, dass nun aber die Einkommensschere noch weiter auseinander klafft als bisher, ist wohl schon mehr als eine bedenkliche Entwicklung", so die Landesgeschäftsführerin der SPNÖ, LAbg. Karin Kadenbach. Auch von Arbeitslosigkeit waren in Niederösterreich Frauen im letzten Jahr besonders betroffen, hier stieg die Arbeitslosigkeit um 5,2%. Vor allem bei den jüngeren Frauen war der Anstieg besonders signifikant, hier gab es um 6,1 % mehr Arbeitssuchende. "Gerade diese Gruppe von Frauen ist nicht nur von der allgemein problematischen Arbeitsmarktsituation betroffen, sondern vor allem durch die Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg nach dem Bezug des Kindergeldes", so Kadenbach weiter. Laut einer aktuellen Studie versuchten drei von vier Frauen den Wiedereinstieg nach der Karenz, aber nur jede Zweite schaffte ihn auch. Daneben hat auch die Zahl der geringfügig Beschäftigten einen neuen Höchststand erreicht. "Teilzeitarbeit ist schon seit langem ein vor allem weibliches Phänomen. Gerade aber angesichts der so genannten Pensionsreform wird diese Entwicklung noch für unzählige Frauen katastrophale Folgen zeitigen. Durch die lebenslangen Durchrechnungszeiträume werden viele eine Pension erhalten, die den Lebensstandard nicht einmal annähernd sichert. Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte haben aber auch im Erwerbsleben nicht die finanziellen Spielräume, um - ein ja leider schon überstrapaziertes Wort - private Vorsorge zu treffen", mahnt Kadenbach ein Umdenken ein.****

Neben der überdurchschnittlichen Betroffenheit von Arbeitslosigkeit klafft aber auch die Einkommensschere immer weiter auseinander. Vor allem Arbeiterinnen verdienen mit rund 9.500 Euro Jahresbrutto um mehr als die Hälfte weniger als ihre männlichen Kollegen. Ebenso lag der Einkommenszuwachs bei Männern deutlich über dem der Frauen, während 2003 das Durchschnittseinkommen der unselbständig beschäftigten Frauen um rund 1 Prozent gestiegen ist, stieg im selben Zeitraum das Einkommen der Männer um 1,73 Prozent an. "Es ist unverantwortlich von Seiten der zuständigen Politiker im Bund diese Entwicklungen mit der allgemeinen Wirtschaftslage zu erklären. Sie haben durch die Einführung der Pensionsreform, des Kindergeldes ohne begleitende Maßnahmen für den Wiedereinstieg und Ähnliches massiv zu dieser dramatischen Verschlechterung der Situation der Frauen am Arbeitsmarkt beigetragen. Frauenpolitik darf nicht länger mit Familienpolitik gleichgesetzt werden, Frauen sind eigenständige Wesen mit eigenständigen Rechten - sie ständig an die Familie zu koppeln, ist absolut unzulässig. Schlimm genug, dass die Situation der Frauen schon in den letzten Jahren nicht rosig war, dass sie jetzt auch noch weiter verschlechtert wird, und dass Forderungen nach der Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen im Jahr 2005 überhaupt noch gestellt werden müssen, ist schlichtweg verheerend", so Kadenbach abschließend.
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