Anzeigenstatistik des BM.I 2004

Anzeigen österreichweit nahezu gleich bleibend, starker Rückgang in Wien - Innenministerin Prokop stellt Maßnahmenpaket für 2005 vor

Wien (OTS) - Im Jahr 2004 wurden in Österreich 643.648 Straftaten angezeigt. Das sind um 362 Straftaten bzw. 0,06 % mehr als im Jahr 2003.

Erfreulich ist die Entwicklung in Wien. Die Anzeigen haben sich dort um 5,5 % bzw. um 4.052 Delikte reduziert.

Von den 643.648 angezeigten Straftaten wurden 245.389 (38,1%) geklärt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 0,4%.

Angezeigte Fälle Jän-Dez 2003 Jän-Dez 2004 + / - Jän-Dez in % Wien 257.090 243.038 -5,5% Kärnten 31.673 31.248 -1,3% Salzburg 37.831 37.674 -0,4% Tirol 51.508 52.347 1,6% Vorarlberg 21.283 21.722 2,1% Oberösterreich 79.206 81.536 2,9% Steiermark 65.685 69.254 5,4% Niederösterreich 87.819 94.664 7,8% Burgenland 11.191 12.165 8,7% ÖSTERREICH 643.286 643.648 0,06%

Geklärte Fälle Jän-Dez 2003 Jän-Dez 2004 + / - Jän-Dez in % Burgenland 5.433 6.039 11,2% Steiermark 29.098 30.876 6,1% Oberösterreich 39.194 39.876 1,7% Tirol 22.345 22.487 0,6% Vorarlberg 11.462 11.489 0,2% Niederösterreich 41.638 40.981 -1,6% Kärnten 15.259 14.924 -2,2% Wien 68.859 65.184 -5,3% Salzburg 14.570 13.533 -7,1% ÖSTERREICH 247.858 245.389 -1,0%

Aufklärungsquoten Jän-Dez 2003 Jän-Dez 2004 + / - Jän-Dez %punkte Burgenland 48,5% 49,6% 1,1 Steiermark 44,3% 44,6% 0,3 Wien 26,8% 26,8% 0,0 Kärnten 48,2% 47,8% -0,4 Tirol 43,4% 43,0% -0,4 Oberösterreich 49,5% 48,9% -0,6 Vorarlberg 53,9% 52,9% -1,0 Salzburg 38,5% 35,9% -2,6 Niederösterreich 47,4% 43,3% -4,1 ÖSTERREICH 38,5% 38,1% -0,4

Überblick nach Deliktsgruppen: Österreich - Gesamt Angezeigte Fälle Jahr Jahr Veränderung Deliktsgruppen 2003 2004 in % Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben 86.494 86.647 0,2 Strafbare Handlungen gegen die Freiheit 14.385 14.434 0,3 Strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen 466.888 466.397 -0,1 Strafbare Handlungen gegen die Sittlichkeit 3.773 3.960 5,0 Strafbare Handlungen gegen den Geldverkehr 6.006 17.444 190,4 Sonstige Strafbare Handlungen nach dem StGB 39.460 26.701 -32,3 Delikte nach strafrechtlichen Nebengesetzen 26.280 28.065 6,8 Gesamt 643.286 643.648 0,1

Der Großteil der Anzeigen betrifft die Deliktsgruppe gegen fremdes Vermögen. 72,5 % aller in Österreich begangenen Delikte sind Vermögensdelikte, die im Gesamten leicht (0,1 %) rückläufig sind. Während 2004 um 17.663 weniger Diebstahlsanzeigen zu verzeichnen waren, sind die Anzeigen wegen Einbruchs um 15.641 Fälle gestiegen.

Die größte Steigerung, rund 9.400 (+ 190 %) Delikte mehr als im Vorjahr, wurde im Bereich der strafbaren Handlungen gegen den Geldverkehr - zum Beispiel Eurofälschung und Falschgeldweitergabe -registriert. Anstiege in diesem Bereich sind auch international feststellbar. Die Falschgeldwerkstätten befinden sich vorwiegend außerhalb des EU-Bereiches, daher wird die internationale Zusammenarbeit 2005 in diesem Bereich massiv verstärkt.

Innenministerin Liese Prokop:

"Das Thema Sicherheit stelle ich ins Zentrum meiner Arbeit, damit Österreich auch weiterhin zu den sichersten Ländern der Welt zählt. Dazu wurde ein 10 Punkte umfassendes Maßnahmenpaket für das heurige Jahr erarbeitet. Wesentlich dabei sind "maßgeschneiderte regionale Sicherheitskonzepte" und eine Intensivierung der internationalen Kooperation sowie die Zusammenlegung der Wachkörper. Es genügt nicht, die Kriminalstatistik zu verbessern, die Menschen müssen sich in unserem Land auch sicher fühlen."

10-Punkte-Sicherheitsprogramm für 2005

1. Maßgeschneiderte Sicherheits- und Einsatzpläne für jedes Bundesland
2. Erweiterung des Sicherheitsmonitors.
Minutenaktuelle Information und graphische Einsatzpläne für jeden Punkt in Österreich. Österreich ist hier europaweit führend.
3. Ausbau der monatlichen Kriminalstatistik zum modernsten Analyseinstrument.
4. Mehr Sicherheit durch Videoüberwachung und Schutzzonen.
5. Erhöhung der Außendienstpräsenz durch die Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie, das heißt rund 500 Polizisten zusätzlich im Einsatz auf der Straße.
6. Erhöhung des Personalstandes durch Aufstockung der Ausbildungsplätze.
Derzeit sind 1.134 Polizisten bzw. Gendarmeriebeamte in Ausbildung. Im Laufe des Jahres 2005 werden diese Ausbildungsplätze um 621 auf 1.755 erhöht.
7. Bessere Ausrüstung für die Exekutive durch mehr Budget 2005, Budgetaufstockung um 163 Mio. Euro.
8. Erweiterung der erfolgreichen Polizei-Einsatzgruppen (EGS) zur Bekämpfung der Straßenkriminalität. Fixe Einrichtung in allen Bundesländern.
9. Verstärkte Grenzkontrollen und Bekämpfung der illegalen Migration.
Gemeinsame Schwerpunkteinsätze der Mitgliedsstaaten der EU. Einsatz von mobilen Kennzeichenerfassungsgeräten an der EU- Außengrenze.
10. Errichtung einer weltweiten DNA-Datenbank unter österreichischer Führung.
Das heißt mehr internationale Kooperation, höhere Aufklärungsquoten, mehr Sicherheit.

Rückfragen & Kontakt:

Bundeskriminalamt
Major Gerald Hesztera
Tel.: 0664-323 00 16

Bundesministerium für Inneres
Mag. Johannes Rauch
Tel.: 01/53126-2017

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