Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) - Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

USD Euribor USD Libor Dt. Bund US T-Bond je EUR 3m 3m 10y 10y 7.Jän.05 1,322 2,15% 2,61% 3,62% 4,27% 31.Dez.04 1,363 2,16% 2,56% 3,68% 4,27% +/- 3,08% -0,01%Pkte 0,05%Pkte -0,06%Pkte 0,00%Pkte Öl (Brent) ATX DAX DJ Ind. USD/Fass 7.Jän.05 42,9 2467,1 4301,0 10622,9 31.Dez.04 40,4 2431,4 4256,1 10800,3 +/- 6,19% 1,47% 1,06% -1,64%

Das Wachstumstempo des Verarbeitenden Sektors der USA hat sich im Dezember beschleunigt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex ist auf 58,6 Punkte (Markterwartung: 58,5; November: 57,8) gestiegen. Werte über 50 Punkte signalisieren ein Wachstum. Schwach zeigte sich die Beschäftigungskomponente des Index, die auf 52,7 Punkte (November:
57,6) fiel. Der Einkaufsmanagerindex für den Service Sektor stieg auf 63,1 Punkte (Markterwartung: 61,0; November: 61,3) und signalisiert damit ein beschleunigtes Wachstum im Dienstleistungssektor, auf den etwa 80 Prozent der US-Wirtschaftsleistung entfallen. Das Volumen der US-Industrieaufträge ist im November vor allem dank einer höheren Nachfrage nach Flugzeugen um 1,2 Prozent M/M (Oktober: 0,9%) gestiegen. Ohne Berücksichtigung des Transportsektors blieb das Auftragsniveau im Vergleich zum Vormonat jedoch unverändert (Oktober:
1,0%). Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in der Woche zum 1. Januar auf 364.000 gestiegen (Vorwoche:
321.000). Auch in der Eurozone verzeichnete der Einkaufsmanagerindex der Verarbeitenden Industrie im Dezember mit 51,4 Punkte (Markterwartung 50,9; November: 50,4) einen Anstieg. Der Index für den Dienstleistungssektor erhöhte sich geringfügig auf 52,7 Punkte (Markterwartung: 52,7; November: 52,6). Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im November gegenüber dem Vormonat um 2,5 Prozent (Markterwartung: -0,2%; Oktober 1,0%) eingebrochen.

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche vor allem aufgrund von gesunkenen US-Erdgas-Lagerbeständen um mehr als 2 US-Dollar pro Barrel gestiegen.

Laut dem kürzlich veröffentlichten Protokoll über die Sitzung der US-Notenbank vom 14. Dezember sieht die Notenbank höhere Risiken für eine anziehende Inflation. Einige Notenbankmitglieder vertraten demnach die Auffassung, dass die Dollar-Schwäche, gestiegenen Energiekosten und die Möglichkeit einer Verlangsamung des Produktivitätswachstums die Inflationsrisiken erhöhen würden. Damit stieg bei den Marktteilnehmern auch die Erwartung von deutlicher als bislang angenommenen Leitzinserhöhungen, was zu einem Anstieg der US-Geldmarktzinsen führte. Auch die Anleiherenditen stiegen nach der Veröffentlichung in den USA und der Eurozone. In weiterer Folge sorgten aber die hohen wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für Druck auf die Renditen. Im Wochenvergleich fiel die 10j-Benchmarkrendite der Eurozone in diesem Umfeld um 6 Basispunkte auf 3,62 Prozent. Die heute zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Dezember bilden den wichtigsten Einflussfaktor für die Entwicklung der Renditen der nächsten Tage. Da wir weder von einer gegenüber dem Vormonat deutlichen Verbesserung, noch von einer deutlichen Verschlechterung bei der Zahl der der neu geschaffenen Stellen ausgehen, erwarten wir auf Sicht von einer Woche wenig Veränderung bei den Anleiherenditen.

Der US-Dollar konnte in den letzten Tagen mit der Aussicht auf weiter steigende Zinsen und einigen Impulsen von Seiten der US-Wirtschaftsdaten deutlich zulegen. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass mit dem jüngsten Anstieg bereits eine Trendwende erreicht wurde und erwarten in den nächsten Monaten ein Anhalten der Dollarschwäche. Im weiteren Jahresverlauf sollte die US-Währung aber zunehmend von einem weiter steigenden Zinsdifferential zwischen den USA und der Eurozone profitieren. Bis zum Jahresende rechnen wir mit einem Währungsverhältnis von 1,35 US-Dollar je Euro. Für die nächsten Tage erwarten wir nicht, dass die zur Veröffentlichung anstehenden Wirtschaftsdaten gut genug ausfallen, um den Dollar weiter zu stärken. Auf Wochensicht gehen wir von einer Seitwärtsentwicklung des Währungspaars aus.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Friedrich Glechner, CFA
friedrich.glechner@vbib.at , Tel.: 050 4004-7017Mag. Wolfgang Pohn, MA
wolfgang.pohn@vbib.at , Tel.: 050 4004-7032Dana Kharchenko, MIB, MBA
dana.kharchenko@vbib.at , Tel.: 050 4004-7006Research-Team der VB Investmentbank AG
Dipl.-Vw. Uta Pock
uta.pock@vbib.at , Tel.: 050 4004-7022

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBF0001