Flutkatastrophe: An einen geregelten Schulalltag ist vielerorts noch nicht zu denken

Caritas unterstützt indische Flutopfer aus Mitteln von Nachbar in Not mit Übergangsquartieren

Wien (OTS) - Während für Österreichs SchülerInnen nach den Ferien wieder der "Ernst des Lebens" beginnt, ist für Tausende Kinder in Südasien an einen geregelten Schulbetrieb derzeit noch nicht zu denken: Entweder, weil die Flutkatastrophe sie obdachlos gemacht hat, oder auch, weil ihr Schulgebäude zerstört oder derzeit belegt ist:
Denn viele Schulen wurden dort zum Unterschlupf für "Flutflüchtlinge", das Areal zum Notquartier.
"Die Regierungen der betroffenen Staaten sind sich des Problems sehr bewusst. Es geht jetzt darum, möglichst schnell ein Übergangsquartier für die vielen obdachlosen Menschen zu finden", sagt die österreichische Caritas-Katastrophenhelferin Elisabeth Cerny. Später werden die Familien, die meist nicht mehr als ihr nacktes Leben retten konnten, freilich auch finanzielle Hilfe brauchen, um sich Schulsachen und Schulgeld für ihre Kinder leisten zu können", betont Cerny. So kosten allein die Schulbücher umgerechnet rund zehn Euro, die Schuluniformen für ein Jahr rund 25 Euro. (Zum Vergleich: Die Fischer, die dort als Tagelöhner arbeiten, können an einem sehr guten Tag bis zu knapp zwei Euro verdienen.) Cerny ist derzeit in Indien im Einsatz, um für die Ärmsten der Armen gemeinsam mit einem Team der indischen Caritas für eine Bleibe zu sorgen, bis sich die Betroffenen wieder eine wirtschaftliche Existenz aufbauen können.
In der Secondary Nirmala School in Port Blair, auf der Hauptinsel der indischen Andamanen, haben rund 1000 Menschen Zuflucht gefunden. Kirche und Caritas versorgen sie mit Essen, Wasser und Kleidung und stellen medizinische und psychologische Hilfe bereit. Für die Kinder findet ein Basisunterricht statt.
In wenigen Wochen sollen die Familien, viele von ihnen Fischer, wieder ein eigenes Dach über dem Kopf haben - wenn auch nur für den Übergang. Cerny: "Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass die beste Lösung ein Gerüst aus Bambus ist, das mit einer dicken Plastikplane umhüllt ist." Knapp 90 Euro kostet so eine "Hütte auf Zeit". Auf 15 Quadratmetern Fläche findet hier eine fünfköpfige Familie bis zu zwei Jahre Schutz vor Sonne und den heftigen Regenfällen in der Monsunperiode. Cerny: "Unser Ziel ist, dass die Menschen so schnell wie möglich wieder auf ihre Heimatinseln zurückkehren können. Denn wer alles verloren hat und nicht weiß, wie es jetzt weitergehen soll, für den wird das Warten zur Qual."
In der ersten Phase sollen für die Flutflüchtlinge der Andamanen Material für 1.000 solcher "Kurzzeit-Hütten" angeschafft werden. Mittelfristig sind 4.000 geplant.
Das Geld dafür stammt auch von Österreicherinnen und Österreichern:
Denn die Caritas Österreich unterstützt aus den Spenden der Aktion "Nachbar in Not" die Caritas-Organisationen in Indien, Sri Lanka und Indonesien beim Wiederaufbau.
Derzeit muss noch geklärt werden, wie das Material für die Hütten vom Festland nach Port Blair und von dort auf die verschiedenen Inseln kommt, so Cerny: "Wir verhandeln darüber gerade mit der Regierung." Auch auf dem Festland versorgt die Caritas Indien Flutopfer demnächst mit solchen Übergangshütten. Caritas-Mitarbeiterin Cerny:
"Hier bestehen die Hütten aus Bambusstäben, Bambusmatten und einem Dach aus Bananenblättern."
Die Caritas Österreich ist eine von neun Hilfsorganisationen, die sich unter dem Dach von Nachbar in Not für die Opfer der Flutkatastrophe in Südasien einsetzen.

Elisabeth Cerny befindet sich derzeit in Tamil Nadu/Indien und steht für Interviews zur Verfügung.

Kontakt über: Silke Ruprechtsberger, Tel: 0664/82 66 909 Nachbar in Not- Spendenkonto: PSK 90 750 700, BLZ 60 000

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