Neujahrserklärung - Rektorenkonferenz: Universitäten nehmen die Bundesregierung beim Wort

Wien (OTS) - 2005 wird für Österreichs Universitäten ein entscheidendes Jahr der Bewährung auf ihrem Weg zu modernen dienstleistungsorientierten Einrichtungen. Nach Jahrzehnten der Planstellenverwaltung und Kameralistik haben die Universitäten als Folge des Universitätsgesetzes 2002, das Anfang letzten Jahres voll wirksam wurde, ihre Neuorganisation als selbstständige Institutionen erfolgreich abgeschlossen. Die Universitätsleitungen nehmen verstärkt auch Management-Aufgaben wahr, unter anderem bei der Neubegründung von mehreren tausend Angestellten-Dienstverhältnissen (Drittmittelbereich, Universitätslektoren) sowie beim Aufbau eines leistungsfähigen Rechnungswesens.

Verkrustete Strukturen wurden durch neue Organisationspläne aufgelöst, die im neuen Jahr weiter zu entwickeln sind. Für die Universitäten werden daher 2005 zwei Schwerpunkte im Vordergrund stehen: erstens die Erarbeitung von Entwicklungsplänen, die Grundlage für die künftigen Leistungsvereinbarungen mit dem Ministerium sein werden; zweitens das Erstellen einer Wissensbilanz zur Dokumentation der Vielfalt des Leistungsspektrums an den Universitäten.

Gleichzeitig muss an die Verantwortung der Bundesregierung für die öffentlich-rechtlichen Institutionen des tertiären Bildungssektors erinnert werden. Wenn bis 2010 tatsächlich 20 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen ein akademisches Studium an einer Universität oder Fachhochschule absolviert haben sollen, wie in der Regierungserklärung 2003 angekündigt, dann werden die gegenwärtigen Budgets keinesfalls ausreichen. Speziell den Universitäten mangelt es nach wie vor an Investitionsstärke. Auf Grund fehlender Mittel bleiben an vielen Standorten Berufungen von hervorragenden Wissenschaftern aus.

Dabei hängt die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft insbesondere von der Leistungsfähigkeit der Grundlagenforschung ab. Soll das Versprechen von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel erfüllt werden, bis 2010 die Forschungsquote auf drei Prozent des BIP zu erhöhen, bedarf es zusätzlicher Anstrengungen.

Auch die Teilnahme am Europäischen Hochschulraum im Zuge des Bologna-Prozesses und die damit verbundene Umstellung auf das zwei-bzw. dreigliedrige Studiensystem erfordert zusätzliche Mittel. Die österreichischen Universitäten sind sich ihres eigenen Beitrags für diese Neuausrichtung zu mehr Mobilität und mehr Forschungsprojekten sehr wohl bewusst. Sie wissen, dass sie im europäischen Konzert daran gemessen werden, wie rasch sie die Umstellung auf international gültige Standards bewältigen werden.

Univ.-Prof. Dr. Georg Winckler Präsident der Österreichischen Rektorenkonferenz

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