Bayr: Flutkatastrophe als Gefahr und Chance

Blick auf gesamte Welt legen, militärische Mittel zivil nutzen und Entwicklungshilfe erhöhen!

Wien (SK) Sowohl als Gefahr als auch als große Chance für die Weiterentwicklung der intentionalen Zusammenarbeit bezeichnet die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, die Flutkatastrophe am indischen Ozean anlässlich der heutigen EZA- und Außenministerkonferenz in Brüssel. "Die Gefahr besteht darin, dass die verheerende Flut und die hunderttausenden Opfer, die dringender Hilfe bedürfen, andere Krisenherde und wichtige Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit vergessen lassen", so die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ. Nach wie vor sind beispielsweise in Darfur über eine Million Menschen auf der Flucht, etwa 70.000 Menschen wurden Opfer eines menschgemachten Massakers. Und die Menschen im Westen des Sudan fürchten weitere Gewalttaten, hungern und haben ihre Existenzgrundlage verloren. Für die Erreichung der Millennium Development Goals der UN fehlen nach wie vor die Mittel, um Armut, Kinder- und Müttersterblichkeit, AIDS und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen zu können und allen jungen Menschen eine Grundschulbildung sichern zu können. ****

"Diesem Problem der Verdrängung der einen Krise durch die andere kann nur dadurch konstruktiv begegnet werden, indem international die Entwicklungszahlungen drastisch erhöht werden - Österreich ist dabei ebenso gefordert wie die EU und die USA", so Bayr. Das Ziel, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen, ist möglichst schnell umzusetzen und die einzige Möglichkeit, sowohl den Wiederaufbau der betroffenen Regionen am indischen Ozean für die nächsten Jahre zu sichern als auch die anderen entwicklungspolitischen Herausforderungen zu bewältigen.

Darüber hinaus birgt die rasche internationale Hilfe aber auch eine große Chance: "Diese Naturkatastrophe am indischen Ozean zeigt mehr als deutlich, dass wir alle die eine selbe Erde bewohnen, dass alle Menschen jederzeit Opfer werden können und dass beispielsweise ein Tsunami keinen Unterschied zwischen arm und reich macht." Hier ist möglicherweise eine positive Auswirkung der Globalisierung festzumachen, die sich unter anderem darin manifestiert, dass viele Staaten ursprünglich für kriegerische Einsätze geschaffene Technik und Gerät nun für zivile und friedliche Zwecke im Katastrophengebiet einsetzen. Die Bestandsaufnahme und Koordinierung dieser Mittel - von Spitalsschiffen über Transporthelikopter bis zu Trinkwasseraufbereitungsanlagen - kann auch dazu genutzt werden, dass in Zukunft einzelne Staaten die Anschaffung von solchem Gerät in Hinblick auf zivile Einsätze koordiniert anschaffen und einsetzen und dafür auf Kriegsmaterial verzichten.

"Besonders augenscheinlich wir durch die Katastrophe am indischen Ozean, dass die Armut der meisten Menschen in den betroffenen Regionen die Auswirkung der Flut potenziert", so die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ. Wir alle wissen, dass dies nicht die letzte Naturkatastrophe gewesen sein wird - sei sie menschgemacht oder nicht. Es sind also Maßnahmen notwendig, um die strukturelle Armut der Länder der dritten Welt zu beseitigen, Raubbau an den natürlichen Ressourcen zu beenden und den Klimawandel zu stoppen. "Uns allen steht nur eine Erde zum Überleben zur Verfügung und unsere 6,4 Milliarden Menschenleben sind untrennbar miteinander verknüpft", mahnt Bayr grenzüberschreitende Verantwortung für Mensch und Umwelt ein.

"Naturkatastrophen treffen Menschen, die arm sind, meist wesentlich stärker als jene in reichen Regionen. Der Abbau der Ungleichheit zwischen dem "reichen Norden" und dem "armen Süden" ist daher als Überlebenskonzept der Menschen dieser einen Erde ebenso unumgänglich wie die rasche und drastische Aufstockung der internationalen und österreichischen Entwicklungshilfemittel", so Bayr abschließend. (Schluss) ps/mm

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