Bundesheer: Wasseraufbereitung in Sri Lanka beginnt Freitag

Wie Trinkwasser eigentlich aufbereitet wird

Wien (OTS) - Die beiden Trinkwasseraufbereitungsanlagen, die ein Team des österreichischen Bundesheeres nach Sri Lanka transportiert hat, können in Kürze in Betrieb gehen, Freitag früh sollen die Anlagen starten. Zur Zeit wird das österreichische Camp an einem eigentlich idyllisch gelegenem Süßwassersee, ca. 15 km nördlich der 100.000 Einwohner Stadt Galle aufgebaut. Alle Versorgungsleitungen von diesem See, dem ursprünglichen Trinkwasserreservoir des gleichnamigen Distrikts in die großteils zerstörte Stadt Galle, sind schwer beschädigt und dadurch unbrauchbar geworden.
Die Heeresexperten für Trinkwasseraufbereitung werden die ganze Nacht durcharbeiten, um die Inbetriebnahme der beiden Anlagen mit Anbruch des nächsten Tages sicherstellen zu können. Jede dieser Anlagen reinigt etwa 4.000 Liter Wasser pro Stunde. Innerhalb von 24 Stunden können die vier Vorrichtungen gemeinsam rund 160.000 Liter Trinkwasser täglich für die Not leidende Bevölkerung in Galle aufbereiten.
Zwei weitere Trinkwasseraufbereitungsanlagen folgen mit dem Rest des Bundesheer-Kontingents aus Österreich und werden im Laufe des morgigen Tages im Einsatzraum eintreffen.****

Die beim Österreichischen Bundesheer eingeführte Trinkwasseraufbereitungsanlage dient zur Bereitstellung von hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. Mit solchen Anlagen lässt sich jedes verschmutze und verkeimte Oberflächen- und Brunnenwasser aufbereiten. Die Aufbereitung basiert auf dem Prinzip der Anschwemmfiltration nach chemischer Vorbehandlung. Die Geräte eignen sich nicht zur Entsalzung von Meerwasser. Die Möglichkeit einer Aufbereitung von Brackwasser muss im Einzelfall beurteilt werden. Welche Aufbereitungsstufen erforderlich sind, um aus Rohwasser Trinkwasser zu machen, erfordert Spezialisten (Hygieniker, Chemiker, Biologen, Umwelttechniker).

Im Rahmen der chemischen Vorbehandlung wird in das Rohwasser (Quellwasser, Grundwasser oder Oberflächenwasser) Calciumhypochlorid zugesetzt. Das Calciumhypochlorid hat die Aufgabe, alle sich im Wasser befindlichen chemischen und organischen Substanzen zu oxidieren, also vor allem die lebenden Organismen im Rohwasser abzutöten.
Als nächster Schritt wird die Wasserhärte bestimmt. Dadurch kann der optimale Chemikalieneinsatz zur weiteren chemischen Vorbehandlung bestimmt werden.

Der Reinigungsprozess wird durch die Zugabe von Aktivkohle verstärkt. Das Absinken der eingesetzten Chemikalien und deren Folgeprodukte (Mitreisssedimentation) erfolgt durch Zugabe von Eisen-III-Chlorid. Die im Wasser befindlichen Schwebstoffe werden so entfernt. Der pH-Wert wird durch die Zugabe von Calciumhydroxid ausgeglichen.

Nach dem Sedimentationsprozess wird das Wasser gefiltert. Dabei wird das Wasser über Stahlgeflechtfilterkerzen, an denen eine Anschwemmung von seltenen Erden und Aktivkohle aufgebracht ist, geleitet. Dieser Vorgang verhindert das Durchdringen von Partikeln, die über eine bestimmte Größe haben. Ebenso werden alle noch chemischen Substanzen an die Aktivkohle gebunden.

Das aufbereitete Wasser kann nach der Filtration bereits getrunken werden. Die abschließende Nachchlorierung verhindert eine Reinfektion und macht das Trinkwasser "haltbar". Vor endgültiger Ausgabe des Trinkwassers werden stichprobenartig Proben gezogen und Schnellanalysen durchgeführt, um die Güte des Wassers zu überprüfen. Diese Analysen erfolgen durch Veterinärmediziner.

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