Am 6. Januar 2005 wäre Ernst Schönwiese 100 Jahre geworden

Wien (OTS) - Der in Wien geborene Schriftsteller (1905-1991) gab 1935-1937 die Literaturzeitschrift "das silberboot" heraus, musste 1938 emigrieren und verbrachte die Jahre bis 1945 in Ungarn. Nach seiner Rückkehr 1945 war Ernst Schönwiese Leiter der Literaturabteilung des Senders Rot-Weiß-Rot in Salzburg, ab 1946 gab er erneut "das silberboot" (bis 1952) heraus und setzte sich besonders für die Autoren der klassischen Moderne und des Exils ein. Von 1954 bis 1971 leitete Schönwiese die Abteilung Literatur, Hörspiel und Wissenschaft beim Österreichischen Rundfunk (ORF) in Wien, von 1972 bis 1978 stand er als Präsident dem Österreichischen P.E.N.-Club vor. - Als Essayist und Lyriker war Schönwiese von der Kulturphilosophie Hermann Brochs sowie von den Traditionen sowohl europäischer als auch fernöstlicher Mystik beeinflusst, was sich auch in zahlreichen Übersetzungen manifestierte.

Die Handschriftensammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek hat im Januar 2005 eine Sammlung Briefe von Ernst Schönwiese von Joseph Peter Strelka übernommen. Sämtliche Briefe sind an den Wiener Literaturwissenschaftler Strelka gerichtet, der seit 1971 als Professor für Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der State University of New York at Albany unterrichtet. Die Briefe Schönwieses umfassen den langen Zeitraum von 1950 bis 1989 und bieten vor allem ein eindrucksvolles Bild über das literarische und kulturelle Leben im Wien der Nachkriegszeit. Schönwiese berichtet auch von den Entwicklungen der österreichischen Hörspiel- und Radioliteratur nach 1945 und gibt Einblick in die Geschichte des österreichischen P.E.N.-Clubs. Auch die Beschäftigung mit der Exilliteratur nimmt in seinen Schreiben einen großen Stellenwert ein.

Der Bestand von über 200 Briefen ergänzt damit eine umfangreiche Briefsammlung von und an Ernst Schönwiese, vor allem aus dem Nachlass der Schriftstellerin Mela Hartwig, der sich ebenfalls in der Handschriftensammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek befindet. (Schluss)

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