Chefarztpflicht neu: Laut Ärztekammer seit Montag "Chaos pur" (2)

Pruckner: "Umstellung zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt" - Erstattungskodex "nahezu unverwendbar"

Wien (OTS) - Heftige Kritik hinsichtlich der in den Ordinationen entstandenen Verwirrung kam auch vom Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in der ÖÄK, Dr. Jörg Pruckner. "Grundsätzlich ist festzuhalten, dass ein Chaos auf Grund des ungünstigsten Zeitpunkts der Umstellung - nämlich um die Weihnachtszeit herum -unvermeidlich war", hielt Pruckner fest. "Der mehrfachen dringenden Bitte der Österreichischen Ärztekammer auf Verschiebung bei der Gesundheitsministerin und beim Hauptverband wurde allerdings nicht entsprochen." Aus Pruckners Sicht ist der Erstattungskodex "in der momentan vorliegenden Buchform in der Praxis nahezu unverwendbar". Die Suche nach Medikamenten sei "nur mühsam möglich und sehr zeitaufwändig", berichtete er. Pruckner bekräftigte die Ablehnung der Ärzte gegenüber der "abstrusen" Dokumentationspflicht für den gelben Bereich. Sie gehe "weit über das hinaus, was der Verordnungstext des Ministeriums vorsieht", stellte Pruckner klar. Dies betreffe die Forderung an den Arzt, bei Verordnungen aus dem gelben Bereich zu erläutern, warum kein vergleichbares Präparat aus der grünen Box verschrieben worden sei.

Pruckner versicherte, die niedergelassene Ärzteschaft bemühe sich, "so gut es geht", die Behandlung der Patienten und deren ordnungsgemäße Versorgung sicherzustellen. "Aus ärztlicher Sicht ist das unser zentrales Anliegen. Wir strengen uns nach besten Kräften an, den Routinebetrieb so reibungslos wie möglich weiterzuführen", so Pruckner. Er appellierte allerdings an das Verständnis der Patienten, was mögliche Wartezeiten angehe. "Diese wären bei einem geordneten Übergang nicht notwendig gewesen", so der Obmann der niedergelassenen Ärzte. Pruckner berichtete in diesem Zusammenhang, dass bereits eine Sitzung im Ministerium stattgefunden habe, in der man übereingekommen sei, gravierende Mängel zu beseitigen , wenn keine Lösungen gefunden würden. Die nächste Sitzung sei für Ende Jänner anberaumt.

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer und der Bundeskurienobmann traten abschließend Äußerungen aus dem Gesundheitsministerium entgegen, die Ärzteschaft habe gewusst, was kommt. Die endgültige Verordnung zur Chefarztpflicht sei seitens des Ministeriums erst Anfang Dezember vergangenen Jahres vorgelegt worden, und auch die endgültige Form des Erstattungskodex sei erst im Dezember fertiggestellt und vorgelegt worden. Vor diesem Hintergrund sei es für die Ärzteschaft mehr als schwierig gewesen, sich auf die Aufgabe zeitgerecht einzustellen. (Schluss)

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