Turbulenzen um den Wiener Tierschutzverein gehen weiter - Interessengemeinschaft (IG-WTV) wird jetzt aktiv

Schlagzeilen und Skandalberichte: Wie dramatisch ist die Situation im Wiener Tierschutzhaus tatsächlich?

Wien (OTS) - Dramatische Bilder von unglaublichen Zuständen im Wiener Tierschutzverein. Besorgte Tierschützer und betroffene Mitarbeiter (IG-WTV) klagen an und fordern den Rücktritt der Vereinsführung unter Präsidentin Loubé. Die Vorwürfe reichen von Tierquälerei über Veruntreuung von Spendengeldern und Betrug bis hin zu schweren Sicherheitsmängel. Die Folge sind Zahlungsrückstände in Millionenhöhe und ein Finanzdesaster, das die Tiere büßen müssen. Zusammenarbeit von IG-WTV mit neuer Tierschutzstiftung soll Tiere und Mitarbeiter jetzt vor Insolvenz retten.

Schlagzeilen und Skandalberichte um den ältesten und größten Tierschutzverein Österreichs werfen die Frage auf: Was ist an den Berichten dran? Neidkampagnen und Skandaljournalismus oder skandalöser Missbrauch von Spendengeldern?

Wie dramatisch die Situation im Wiener Tierschutzhaus tatsächlich ist, schilderte ein anonymes Schreiben an die ORF-Redaktion "Report". "Wir - Mitglieder und Angestellte - bitten Sie, sich der unfassbaren Zustände im Wiener Tierschutzverein anzunehmen." Die Recherchen der Redakteure brachten erschreckende Umstände ans Tageslicht.

Beweisfotos und Dokumente, die eine kürzlich gegründete "Interessengemeinschaft von Mitarbeitern des Wiener Tierschutzvereins" (IG-WTV) zur Verfügung gestellt hat, erhärten die Anschuldigungen und Vorwürfe. "Tiere für Dreharbeiten vom Verein entwendet und geprügelt. ...Spendengelder für exorbitante Löhne ihrer Günstlinge verwendet...Hungernde Tiere...Betrug an der Gemeinde Wien...Tierquälerei bei Tierrettungstransporten".

Auch das Finanzdebakel wird den Machenschaften der Präsidentin angelastet. Die Verbindlichkeiten gegenüber Banken, dem Finanzamt und der Krankenkasse belaufen sich auf etwa Euro 700.000,-. Und das, obwohl die Finanzierungsgesellschaft des aufwendigen Neubaus in Vösendorf, die Bal Helios GmbH, die Rückzahlungsraten bis zu Beginn des heurigen Jahres ausgesetzt hatte, um dem WTV zu helfen.

Schon beim Neubau wurden die vorveranschlagten Baukosten in Millionenhöhe überschritten, wobei ein nicht zu unterschätzender Anteil in Luxuseinrichtungen investiert wurde: Einen eigenen Aufzug bis vor ihre Bürotüre, Badezimmer, generöse Terrassen und andere luxuriöse Sonderwünsche wie z.B. einen Bodenbelag um rund 100.000,-Schilling im Zimmer der Präsidentin.

Die Warnung der eigenen Steuer- und Rechtsberater vor einer finanziellen Überbelastung durch die Sonderwünsche der Präsidentin ignorierte sie. Den Tieren kommen diese aufwendigen und kostenintensiven Baumaßnahmen NICHT zu gute.

Dass einiges im Wiener Tierschutzhaus faul sein muss zeigt schon das Verhalten der Geschäftsführung im Umgang mit Journalisten, Kritikern ja sogar "verdächtigen Kindern", die mit einem Fotoapparat nicht in das Tierschutzhaus gelassen werden (s. Kronebericht vom 22.11.04). Zur alljährlichen Generalversammlung waren alle Zugänge zum Tierschutzhaus durch Bodyguards hermetisch abgeriegelt. Denn die Geheimnisse hinter den Türen des Präsidentschaftstraktes mussten heuer umso strenger gehütet werden, als die Medien den Machenschaften der Vereinsführung schon unangenehm nahe auf den Fersen sind.

Dass auch die Wiederwahl der Altpräsidentin nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen sein soll, lassen Beobachtungen von Mitgliedern vermuten, die von einer sehr großen Gruppe atypischer junger Besucher der Generalversammlung berichten. Sie durften an der Veranstaltung teilnehmen, obwohl sie nicht Mitglieder waren. "Sie konnten den erforderlichen Zahlungsbeleg des Mitgliedsbeitrag nicht vorweisen, obwohl das nach den Statuten Voraussetzung für die Teilnahme an der Generalversammlung wäre", berichtet eine Mitarbeiterin des Vereins. "Dafür aber hatte jeder von ihnen vor Beginn der Versammlung ein eigenartiges Kuvert erhalten."

M. Winkelhofer, ein ordentliches Mitglied des "Skandalvereins", die bei der Generalversammlung am 2. November 2004 anwesend war, spricht in einem "Gedankenprotokoll" von ungültigen Resolutionen und an stalinistische Zeiten erinnerndes Terrorverhalten von Vorstandsmitgliedern und Loubé-Sympathisanten gegenüber Kritikern und Fragenden.

Die IG-WTV fordert daher den Vorstand des WTV zum Rücktritt auf, wie dies 2002 schon einmal geschehen ist.

Dieser Vorstand ist dafür verantwortlich, dass die Mitarbeiter terrorisiert werden, keine fachkundige Führung haben, nach keinen unternehmensspezifischen Grundsätzen arbeiten können, ja nicht einmal ausreichende Waschmöglichkeiten haben. Sie bekommen auch keine Arbeitskleidung.

Dieser Vorstand ist darüber hinaus dafür verantwortlich, dass in der Aufnahmestation tierquälerische Zustände herrschen, im Hundeaußengehege schwerst neurotische Hunde dahinvegetieren, der Kleintierbereich bis vor kurzem ein Tier-KZ war, schwer kranke und unbehandelte Tiere gegen Entgelt abgegeben werden, Hunde tagelang, ja sogar wochenlang in Kleinkäfigen oder an der Kette gehalten werden und bis zu hundert Katzen im Monat sterben oder eingeschläfert werden.

"Was uns allen wirklich am Herzen liegt, dass die unerträglichen Zustände für Mensch und Tier im Wiener Tierschutzhaus möglichst bald ein Ende haben mögen und der Egotrip und die Streitereien der Chefin nicht auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird." erklärte ein Sprecher der Interessengemeinschaft.

Dokumentationsunterlagen und Bildmaterial stehen zur Verfügung und können jederzeit angefordert werden (s. Rückfragehinweis).

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Redakteur: Christian Kepler
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