- 05.01.2005, 13:50:13
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Längere Arbeitszeit heißt weniger Lohn und höhere Arbeitslosigkeit
Linz (OTS) - Die von Unternehmerseite erneut geforderte
Flexibilisierung der Arbeitszeit würde für die Arbeitnehmer mehr
Arbeit ohne entsprechenden finanziellen Ausgleich bedeuten. "Solche
Lohnkürzungen durch die Streichung der Überstundenzuschläge kommen
für uns nicht in Frage", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer dazu.
Wenn viel los ist im Betrieb, müssen die Beschäftigten länger
arbeiten. Das ist auch jetzt schon so. Die Regelungen sind keineswegs
so starr wie von den Industrievertretern dargestellt. Für die
Verteilung der Arbeitszeit gibt es ausreichend Spielräume, die oft
nicht genutzt werden. So ist zum Beispiel eine Jahresdurchrechnung
bereits jetzt möglich.
Den Unternehmern geht es allein darum, Überstunden in
Normalarbeitsstunden umzuwandeln, um sich so die Überstundenzuschläge
zu sparen. Die Konsequenz daraus: höhere Gewinne für die Unternehmer,
weniger Geld für die Arbeitnehmer. Die Kürzung der Einkommen führt zu
einer weiteren Schwächung der Massenkaufkraft, die Arbeitslosigkeit
nimmt zu.
Das Argument der Unternehmer, eine länger Arbeitszeit würde die
Wettbewerbsfähigkeit steigern und dadurch Arbeitsplätze sichern, ist
eine Verkennung der ökonomischen Realität. Der Anteil der Löhne an
den Gesamtkosten in der Industrie beträgt durchschnittlich nur mehr
zehn bis 15 Prozent. Für internationale Vergleiche sind die
Lohnstückkosten (Lohnkosten je erzeugter Ware) aussagekräftig. Und
diese sinken in Österreich seit Jahren, weil die Produktivität
stärker steigt als die Löhne.
Hauptursache für das seit Jahren schwache Wirtschaftswachstum ist
die unzureichende inländische Nachfrage. Und die schafft man mit
höheren Löhnen und nicht mit längerer Arbeitszeit.
OTS0124 2005-01-05/13:50
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