Längere Arbeitszeit heißt weniger Lohn und höhere Arbeitslosigkeit

Linz (OTS) - Die von Unternehmerseite erneut geforderte Flexibilisierung der Arbeitszeit würde für die Arbeitnehmer mehr Arbeit ohne entsprechenden finanziellen Ausgleich bedeuten. "Solche Lohnkürzungen durch die Streichung der Überstundenzuschläge kommen für uns nicht in Frage", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer dazu.

Wenn viel los ist im Betrieb, müssen die Beschäftigten länger arbeiten. Das ist auch jetzt schon so. Die Regelungen sind keineswegs so starr wie von den Industrievertretern dargestellt. Für die Verteilung der Arbeitszeit gibt es ausreichend Spielräume, die oft nicht genutzt werden. So ist zum Beispiel eine Jahresdurchrechnung bereits jetzt möglich.

Den Unternehmern geht es allein darum, Überstunden in Normalarbeitsstunden umzuwandeln, um sich so die Überstundenzuschläge zu sparen. Die Konsequenz daraus: höhere Gewinne für die Unternehmer, weniger Geld für die Arbeitnehmer. Die Kürzung der Einkommen führt zu einer weiteren Schwächung der Massenkaufkraft, die Arbeitslosigkeit nimmt zu.

Das Argument der Unternehmer, eine länger Arbeitszeit würde die Wettbewerbsfähigkeit steigern und dadurch Arbeitsplätze sichern, ist eine Verkennung der ökonomischen Realität. Der Anteil der Löhne an den Gesamtkosten in der Industrie beträgt durchschnittlich nur mehr zehn bis 15 Prozent. Für internationale Vergleiche sind die Lohnstückkosten (Lohnkosten je erzeugter Ware) aussagekräftig. Und diese sinken in Österreich seit Jahren, weil die Produktivität stärker steigt als die Löhne.

Hauptursache für das seit Jahren schwache Wirtschaftswachstum ist die unzureichende inländische Nachfrage. Und die schafft man mit höheren Löhnen und nicht mit längerer Arbeitszeit.

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