Arbeitsmarkt Ende Dezember 2004: 0,4% (1.233) mehr Arbeitslose, plus 1,5% (45.844) mehr Beschäftigte gegenüber Dezember 2003

Geringes Plus bei der Arbeitslosigkeit von Zunahme an Personen mit Wiedereinstellungszusage übertroffen - fast ein Viertel weniger Langzeitarbeitslose

Wien (BMWA/OTS) - Der Bestand an vorgemerkten arbeitslosen
Personen liegt Ende Dezember 2004 mit 298.149 um 1.233 bzw. +0,4% über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres, nachdem per Ende November ein Rückgang von -1.430 (-0,6%) zu verzeichnen war. Dem steht allerdings eine Zunahme der arbeitslos vorgemerkten Personen mit einer Zusage auf eine Arbeitsstelle um 1.491 (1,9%) auf 79.552 gegenüber. Damit hatten Ende Dezember 2004 beinahe 27% der vorgemerkten Personen eine Einstellzusage. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten ist mit 3.166.596 (1.687.930 Männer, 1.478.666 Frauen -vorläufige Beschäftigtendaten des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger; ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) Ende Dezember 2004 gegenüber dem Jahresende 2003 um 45.844 oder 1,5% angestiegen. Dabei ist berücksichtigt, dass im Vorjahr Schulungsteilnehmer/innen in AMS Kursen als "beschäftigt" gegolten haben, was seit Beginn dieses Jahres nicht mehr der Fall ist. ****

Die Arbeitslosigkeit der Männer ist mit -634 (-0,3% auf 189.749) weiterhin rückläufig, während jene der Frauen um +1.867 bzw. +1,8% auf 108.400 zugenommen hat. Rückläufig ist weiterhin auch die Zahl der vorgemerkten jugendlichen Arbeitslosen (bis 24 Jahre) mit -1.188 (-2,4%) und jene der älteren Arbeitslosen (ab 50 Jahre) mit -1.973 (-3,6%).

Position Österreichs im internationalen Vergleich

EUROSTAT weist Ende November 2004 für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,5% aus (die Fortschreibung durch das AMS ergibt für Dezember ebenfalls 4,5%). Österreich liegt damit im internationalen Vergleich nach wie vor an dritter Stelle in der Europäischen Union - nach Irland (4,3%) und Luxemburg (4,4%). Die Arbeitslosenquote der EU-25 beträgt mit 8,9% (Oktober 2004) das Doppelte des österreichischen Wertes.

Offene Stellen

Der positive Trend bei der Entwicklung der offenen Stellen hält weiter an: Ende Dezember 2004 liegt die Zahl der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Stellen mit einem Bestand von 18.671 um +4,1% (+730) über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Deutliche Zuwächse verzeichnen vor allem die Sachgütererzeugung mit +12,6% (+266), das Bauwesen (+43,3%; +386), der Handel (+15,9%; +371), die unternehmensbezogenen Dienste (+28%; +928) und die sonstigen Dienstleistungen (+23,2%; +205).

Verweildauer

Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode lag Ende Dezember 2004 bei 94 Tagen. Die Verweildauer ist somit um 7 Tage länger als im Dezember 2003.

Deutlicher Rückgang bei der Langzeitarbeitslosigkeit

Bis Ende Dezember 2004 ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit einer Vormerkdauer über einem Jahr gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um -5.576 bzw. -24,1% zurückgegangen.

Entwicklung in den Bundesländern

Am Jahresende 2004 ist die Arbeitslosigkeit in Wien (-4,6%; -4.373) rückläufig, während sich in den anderen Bundesländern ansteigende Zahlen ergeben. Den stärksten Anstieg verzeichnet Vorarlberg mit +10,9% (+975) gefolgt von Tirol (+6,3 %; +1008), Oberösterreich (+3,7%; +1.265), Burgenland (+2,1%; +245), Steiermark (+1,8%; +801), Kärnten (+1,8%; +425) und Niederösterreich (+1,5%; +804). In Salzburg ist dagegen mit +0,7% bzw. +83 nur ein geringfügiger Anstieg zu beobachten.

Weniger arbeitslose Jugendliche

Die Jugendarbeitslosigkeit hat im Dezember 2004 um -2,4% (-1.188) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres auf 47.703 abgenommen. In der Altersgruppe der bis 19-Jährigen ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit mit -7,4% (-912 auf 11.330) deutlich stärker ausgeprägt als bei den 20- bis 24-Jährigen mit -0,8% bzw. -276 auf 36.373. Die Jugendarbeitslosenquote (15 bis 24 Jahre) ist in Österreich mit 9,6% (November 2004) rund halb so hoch wie im europäischen Durchschnitt (18,2% im Oktober 2004). Lediglich Dänemark (7,7% im Oktober), die Niederlande (7,8% im Oktober) und Irland (8,0% im November) haben geringere Werte vorzuweisen.

Lehrstellenmarkt

Die Zahl der Lehrstellensuchenden hat im Dezember leicht abgenommen (-70 bzw.
-1,6% auf 4.399). Bei den gemeldeten offenen Lehrstellen ist mit +21 bzw. +1,1% auf 1.872 eine leichte Zunahme zu verzeichnen. Im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit werden bis zu 7.800 Ausbildungsplätze für Jugendliche, die keinen entsprechenden Lehrplatz bzw. Arbeitsplatz finden, zur Verfügung gestellt.

Abnahme der Altersarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit der über 49-Jährigen entwickelte sich mit einer Abnahme von -3,6% (-1.973 auf 53.257) weiterhin günstig. Wie in den Vormonaten ist dabei die Arbeitslosigkeit sowohl in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen (-585 oder -2,0%) als auch bei den 55- bis 59-Jährigen (-1.477 oder -6,8%) rückläufig. Bei den über 59-Jährigen ist hingegen ein leichter Zuwachs von +89 bzw. +1,8% zu verzeichnen.

Entwicklung nach Branchen

Die Zahl der vorgemerkten Personen ist sowohl in der Sachgütererzeugung (-672; -1,3%) als auch im Bauwesen (-383; -0,5%) gegenüber dem Vorjahreswert rückläufig. Auch im Groß- und Einzelhandel (-0,8%; -307), in der öffentlichen Verwaltung (-2,7%; -237) und im Kredit- und Versicherungswesen (- 3,3%; -104) gibt es eine Reduktion der Arbeitslosigkeit. Nach wie vor steigt die Arbeitslosigkeit im Unterrichtswesen (+172; +6,9%), bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+549; +3,0%), den sonstigen Diensten (+661; +4,6%) und im Gesundheits- und Sozialwesen (+211; +2,9%).

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien

Ende Dezember 2004 ist bei den vorgemerkten Arbeitslosen mit mittlerer Schulbildung (-1,5%; -225), Lehrabschluss (-1,0%; -1.114) und höherer schulischer Ausbildung (-0,4%; -79) eine Abnahme zu verzeichnen. Zunehmende Arbeitslosigkeit gibt es dagegen nach wie vor bei Personen mit akademischem Abschluss (+6,6%; +597) und vor allem bei den Gruppen ohne abgeschlossene Schulbildung (+3,0%; +398) und jenen mit lediglich Pflichtschulabschluss (+1,2; +1.473). Anteilsmäßig entfallen 84,2% des Bestands aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss.

Schulungen und Förderungen des Arbeitsmarktservice

Mit 41.434 liegt die Zahl der Personen in Schulungen im Dezember 2004 um +6.867 bzw. +19,9% über dem Vorjahresniveau. Differenziert nach Altersgruppen sind die Schulungsaktivitäten für Jugendliche (+20,4% bzw. +3.106 auf 18.296) und auch für über 49-Jährige (+81,7% bzw. +1.883 auf 4.183) kräftig zunehmend. Die Schulungsteilnehmer/innen rekrutieren sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (7.350), Handel (5.832), Metall-/Elektroberufe (5.693) und den Hilfsberufen (4.298). Aus diesen Berufsgruppen kommen 56% aller in Schulung befindlichen Personen.

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