Papierverarbeitende Industrie unter Druck

Die PPV-Industrie stand 2004 unter Preisdruck und ist für 2005 nur bedingt optimistisch

Wien (PWK004) - Die PPV Industrie war 2004 insgesamt zufriedenstellend beschäftigt, litt jedoch unter starkem Preisdruck und zu niedriger Wertschöpfung. Während nach einer ersten Einschätzung des Fachverbandes PPV die von den österreichischen Betrieben abgesetzte Produktionsmenge um etwa 4 % auf rund 1 Mio. Tonnen gesteigert werden konnte, blieb der daraus erzielte Umsatz mit einer Steigerung von knapp 2 % auf 1,65 Mrd. Euro deutlich zurück. Entsprechend unbefriedigend ist die Ertragslage in zahlreichen Unternehmen.

Die Exporte wuchsen um etwa 4 % und damit etwa halb so stark wie in der übrigen österreichischen Industrie. Die Produktion österreichischer Tochterbetriebe in früheren Exportrelationen für den dortigen Markt ist ebenso Grund für das im Vergleich zu früheren Jahren schwächere Exportwachstum der PPV Industrie, wie die anhaltende Wirtschaftsflaute beim Haupthandelspartner Deutschland. Die anhaltend ungünstige Kursrelation des Euro zum Dollar schafft Exporteuren mit Dollarfakturierung weitere Probleme.

Das Engagement der österreichischen PPV setzte sich 2004 auch im erweiterten EU-Markt fort und ging über dessen Grenzen nach Rumänien, Bulgarien, Kroatien, in die Ukraine und in die Türkei. Es kam zur Verlagerung von Produktionen und Produktionsbetrieben in Erweiterungsländer.

Die Zahl der Beschäftigten in Österreich blieb mit 9.100 (-0,1 %) etwa gleich.

Die Aussichten für 2005 sind nur verhalten optimistisch hinsichtlich einer weiteren Verbesserung der Konsumgüternachfrage. Verstärkt werden sich Wettbewerb, Preisdruck und Kosten negativ auf die Ertragslage auswirken. Auch auf der Rohstoffseite ist auf Grund erhöhter Altpapier-Nachfrage im Fernen Osten und stark gestiegener Energiekosten mit Kostensteigerungen bei Papier und Karton zu rechnen.

Kostenentlastungen durch Anpassung der kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen der österreichischen Standorte an die Möglichkeiten des Wettbewerbes sind dringend erforderlich und werden die Wirtschafts- und Industriepolitik sowie die Arbeitgeberpolitik der Branche bestimmen müssen, heißt es im zuständigen Fachverband PPV. (us)

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