"Neues Volksblatt" Kommentar: "Misstrauen" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom Mittwoch, 5. Jänner 2005

Linz (OTS) - Wer im Jahr mehr als 500 Euro für etwas aufwendet,
das er persönlich nicht braucht, hofft er zu Recht, dies zu ändern. Bei der Bahn ist das so: Ohne je einen Kilometer mit dem Zug zu fahren, musste bisher jeder Steuerzahler jährlich 540 Euro blechen, damit das Unternehmen überlebensfähig blieb. Mit der unbegrenzten Defizitabdeckung durch den Staat ist es seit 1. Jänner vorbei, das Unternehmen ÖBB hat neue Strukturen erhalten, um möglichst wirtschaftlich agieren zu können.
Ob ein höherer Manager dieses Unternehmens gerade zum Neustart auf Urlaub ist oder im Büro, ist für Erfolg oder Misserfolg wohl unerheblich. Jene, denen die Bahn bisher lieb und teuer war - die Steuerzahler nämlich -, dürfen sich aber trotzdem wundern, wie leger man es angeht. Wer das Signal aussendet, dass man jetzt einmal ruht, anstatt in die Hände zu spucken, darf sich nicht wundern, in Hinkunft besonders kritisch unter die Lupe genommen zu werden. Bis zum Beweis des Gegenteils - sprich Reduktion des steuerlichen Zwangsbeitrages -darf daher dem neuen Bahnmanagement ein gesundes Misstrauen entgegengebracht werden.

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