The show must go on - in der Innenpolitik

"Presse"-Glosse vom 5.1.2005, von Rainer Nowak

Wien (OTS) - Es ist soweit. Die Katastrophe ist auf den Haider gekommen. Haben sich bisher fast alle zurückgehalten und nicht (oder kaum) versucht, Kleingeld aus dem Unglück zu lukrieren, beginnt wieder das übliche innenpolitische Theater. Jörg Haider, Karl-Heinz Grasser und Ernst Strasser sind wieder da.
Haider kritisiert die Regierung (wegen des schwachen Krisenmanagements) und ärgert sich über die Bestellung Strassers -ein Intimfeind Haiders - zum Krisen-Koordinator. Damit fällt sachliche Kritik am bisherigen Handling der Katastrophenhilfe ab sofort schwerer.
Grasser hadert mit seinem Malediven-Urlaub, der Finanzminister war politisch zur falschen Zeit am falschen Ort. Er wusste zumindest dort schon selbst: Egal, wann und wie er zurückkehrt, der Spott ist ihm sicher.
Und Strasser? Mit dessen Bestellung zum Koordinator lieferte Schüssel eine Überraschung und gibt damit zu, dass im Krisenmanagement doch nicht alles perfekt lief. Daraus eine Versöhnung der beiden VP-Sturköpfe abzuleiten, wäre verfrüht. Denn Strassers Selbstbeschreibung als Koordinator für den Wiederaufbau - und nicht für die Katastrophenhilfe, wie von Schüssel angekündigt, zeigt: Auch hier geht die Show weiter.

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