Amon: SPÖ-Vorsitzender appelliert an sein eigenes Parteipräsidium

Auch im Jahr 2005 kommt die SPÖ aus ihrem ideologischen Schützengraben nicht heraus

Wien (OTS) - Wenn der SPÖ-Parteivorsitzende Gusenbauer davon spreche, dass man in der Bildungsdebatte aus den Schützengräben herauskommen sollte, dann sei dieser Appell augenscheinlich direkt an das eigene Parteipräsidium gerichtet, da dieses bei der Klausur in der Steiermark zum wiederholten Male nur alte Hüte hervorgebracht habe. "Man hätte sich eigentlich erwartet, dass die SPÖ im neuen Jahr einen neuen Weg einschlagen und wirklich einmal ein neues Konzept vorstellen würde und nicht ständig nur alte ideologische Forderungen als neu zu verkaufen versucht", sagte heute, Dienstag, ÖVP-Bildungssprecher und ÖAAB-Generalsekretär Abg. z. NR Werner Amon.

Die SPÖ-Forderungen seien deswegen uralt, weil Bildungsministerin Elisabeth Gehrer in vielen Punkten schon längst mit der Umsetzung begonnen habe. "Die Bildungsministerin hat im Jahr 2004 10.000 ganztägige Betreuungsplätze für die Schulen zur Verfügung gestellt, doch wurden diese nicht einmal gänzlich in Anspruch genommen", stellte Amon klar. Bis 2006 sollen weitere 10.000 Betreuungsplätze folgen. "Die SPÖ hat sich an der Zahl 100.000 festgebissen, obwohl die Frage einer freiwilligen und qualitativ hochwertigen Nachmittagsbetreuung um ein Vielfaches diffiziler ist, beispielsweise aufgrund regionaler Unterschiede", so der ÖVP-Bildungssprecher. Außerdem stünden durch den Finanzausgleich den Ländern zusätzlich 12 Millionen Euro zur Verfügung, die im speziellen für Integration und Betreuung herangezogen werden können und somit ein wesentlicher Beitrag für die Individualisierung seien.

Wenn Gusenbauer von der erfolgreichen kooperativen Mittelschule in Wien spreche, rede er offenbar an der Realität vorbei. "In Wien wurde lediglich versucht, das SPÖ-Ideologiemodell einer undifferenzierten Gesamtschule durch die Hintertür einzuführen, das außer dem Ruin der Hauptschulen und höheren Kosten nichts gebracht hat", hielt Amon fest. Durch das Austauschen eines Türschildes möge es zwar gelungen sein, manche hinters Licht zu führen, mit einer Steigerung der Bildungsqualität habe das aber nichts zu tun.

Die Ergebnisse der PISA-Studie seien zweifelsfrei ernst zu nehmen und deshalb seien alle gefordert, sich darüber Gedanken zu machen. "Die Bildungsministerin ist auf dem richtigen Weg, wenn sie alle, die sich in diesem Lande zum Wohl der nachfolgenden Generationen mit der wichtigen Frage der Bildung beschäftigten, gemeinsam zu einem Reformdialog einlädt", schloss der ÖVP-Bildungssprecher.

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