Ermittlungen über vermisste Salzburger laufen auf Hochtouren

Gipfelgespräch mit Exekutive, Sicherheit und Rotem Kreuz / Burgstaller: "Es geht nicht um Zahlen, sondern um Schicksale"

Salzburg (OTS) - "Wir haben erst am Sonntagabend erste Daten über im Katastrophengebiet in Südostasien vermisste Salzburgerinnen und Salzburger erhalten. Seither wird mit Hochdruck an der Klärung gearbeitet. Eine erste Liste mit 16 vermissten Salzburgern konnte bis heute auf fünf Personen reduziert werden. Auch hier laufen noch weitere Erhebungen. Es gibt darüber hinaus aber im Außenministerium noch eine Vermisstenliste mit 520 Personen, die bisher keinem Bundesland zugeordnet sind. Die Verifizierung und Klärung ist auch hier im Gange. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass es Personen gibt, die bisher auf keiner Liste stehen." So fasste Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Dienstag, 4. Jänner, die Ergebnisse eines Gipfelgespräches in Salzburg mit Spitzen der Exekutive, der Sicherheit und des Roten Kreuzes zusammen.

Um die Ermittlungen zu unterstützen, rief Burgstaller daher dazu auf, dass Salzburgerinnen und Salzburger, die noch eine nahe stehende Person im Krisengebiet vermissen, umgehend eine Abgängigkeitsanzeige bei der nächsten Polizei- oder Gendarmeriedienststelle machen sollten. Burgstaller sprach vor allem dem Roten Kreuz ihren Dank für die bisherige rasche und unkomplizierte Unterstützung aus und würdigte die Arbeit der Sicherheitsbehörden in den vergangenen Tagen.

"Unser wichtigstes Anliegen ist es, den Angehörigen und Betroffenen bei der Klärung weiterzuhelfen, wann sie Auskunft über einen noch Vermissten oder ein Lebenszeichen von diesem erhalten können. Es geht hier nicht um Zahlen, sondern um Schicksale", betonte die Landeshauptfrau.

Auskünfte über Angehörige sind auch unter der Bundeshotline unter der Telefonnummer 0800 222 666 erhältlich. Menschen, die psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, können sich beim Roten Kreuz melden (0662/8144-0), das dann die adäquate Akut-oder Langzeitbetreuung organisiert. Für die Langzeitbetreuung stehen Experten des Sozialmedizinischen Dienstes des Landes zur Verfügung. Vor allem rief Burgstaller aber zur Solidarität auf: "Freunde und Verwandte sollten Angehörige nicht alleine warten lassen." Im Sozialministerium wurde überdies ein "Sozialtelefon" unter 0800 201 611 eingerichtet, über das Auskünfte über rechtliche Belange, etwa Unterhaltsregelungen, eingeholt werden können.

Österreichweit gleiche Standards

Abschließend sprach sich die Landeshauptfrau für österreichweit gleiche Standards etwa beim Rücktransport oder bei der Nachbesorgung von Dokumenten aus. Dies werde auch Thema eines am Sonntag in Wien stattfindenden Gespräches zwischen Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, Regierungsvertretern, Sozialpartnern und Landeshauptleuten sein.
Sicherheitsdirektor Hofrat Dr. Anton Stenitzer berichtete, der Auftrag des Innenministeriums an die Sicherheitsdirektion in Salzburg tätig zu werden, sei erst gestern, Montag, Mittag, eingetroffen. Seither laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Aufgrund der leider traurigen Erfahrungen in der Vergangenheit - das Unglück in Kaprun sowie der Brand im Tauerntunnel - sei Salzburg gut gerüstet. Die Salzburger Experten hätten gleich nach Bekanntwerden des Ereignisses eingesetzt werden können, so der Sicherheitsdirektor. Auch Landeshauptfrau Burgstaller ortete eine teilweise "Unkultur der Amtsverschwiegenheit" in Österreich, die eine Abklärung zwischen dem Außenministerium und anderen Behörden im Lande erschwert hat. Man hätte beispielsweise das Innenministerium schon früher einschalten und damit mit den Ermittlungen und Recherchen in den Ländern früher beginnen können.

Rückfragen & Kontakt:

Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
landespressebuero@salzburg.gv.at
http://www.salzburg.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SBG0001