Zadek zur Finanzkrise der "Burg": "Theater müssen umdenken"

Pläne des Meisterregisseurs in Wien

Wien (OTS) - Die paradiesischen Zeiten sind vorbei, die Bühnen werden umdenken müssen, und das Burgtheater kann keine Ausnahme sein. So kommentiert der Regisseur Peter Zadek in einem Interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe die aktuelle Debatte um Budgetprobleme der "Burg".

Zadek zu NEWS: "Das wäre ja auch absurd, wenn das Burgtheater als einziges Theater auf der Welt nicht in Budgetnot wäre! Man konnte sich das nur nie vorstellen, weil es vom Finanziellen immer wie eine Art Paradies erschienen ist. Ich denke, das Theater muss auch in Deutschland und in Österreich umdenken und mit den Mitteln, die es hat, auskommen, statt immer noch mehr zu verlangen. Wenn Sie in England Theater machen, haben Sie eine bestimmte Summe zur Verfügung, meist von irgendwelchen Privaten. Das geben Sie aus, und mehr ist nicht. Österreich und Deutschland waren immer Paradiese mit expansiven Budgets. Da muss ein anderes Denken einsetzen. In meinen Produktionen zum Beispiel geht das Geld nie in die Ausstattung, sondern zu den Schauspielern, die mich immer mehr und noch mehr interessieren. So wird es auch bleiben, solange ich inszeniere." Zadek weiter: " Wien ist im Moment in einem recht guten Zustand. Das hat vor allem mit den wunderbaren Schauspielern zu tun, die hier sind. Die sind für mich das Entscheidende."

Zadek, der zum winzigen Spitzengrüppchen heutiger Theaterkunst zählt, hat in Wien spektakuläre Pläne: Am 20. Mai bringt er am Akademietheater beide Teile von Strindbergs "Totentanz" heraus. Neben Gert Voss kehrt Hannelore Hoger nach Jahren ans Akademietheater zurück. Mit den übrigen Mitwirkenden hat Zadek noch nie garbeitet:
Peter Simonischek ("ich habe ihn immer sehr bewundert, aber es hat sich irgendwie nie ergeben"), Johanna Wokalek und Philipp Hauß.

Für die Wiener Festwochen 2006 plant Zadek als internationale Koproduktion Shakespeares "Was ihr wollt" mit Angela Winkler, Susanne Lothar und Eva Mattes.

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