Flutkatastrophe: Caritas-Hilfe in Sri Lanka

Caritas-Mitarbeiterin steht in Sri Lanka für Interviews zur Verfügung

Wien (OTS) - "Ich dachte, das sei mein Ende. Die Stunden, die wir auf dem Dach unseres Hauses verbrachten, waren einfach entsetzlich", erinnert sich Mr. Theva, der lokale Katastrophenkoordinator der Caritas in der Diözese Batticaloa/Sri Lanka an die schlimmsten Stunden seines Lebens. "Wir haben alles verloren." Dennoch ist er, gemeinsam mit rund 300 anderen hauptamtlichen Caritas-Mitarbeitern seit Beginn der Katastrophe rund um die Uhr im Einsatz. Unterstützt wird die Caritas Sri Lanka von über 1.000 freiwilligen Hilfsteams. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen stellt die Caritas Notunterkünfte und sauberes Trinkwasser bereit, versorgt die Betroffenen mit Medikamenten und sanitären Anlagen, um die drohende Seuchengefahr einzudämmen. Rund 29.000 "Flutflüchtlinge" haben in bisher insgesamt 25 Caritas-Camps Unterschlupf gefunden. Schwerpunkt der Caritas-Hilfe sind die drei Regionen Colombo, Trincomallee und Batticaloa.

Trotz der rasch angelaufenen Hilfe fehlt es im ohnehin vom Bürgerkrieg gebeutelten Land freilich weiterhin am Allernötigsten:
Viele Verletzte müssen noch auf die Versorgung ihrer Wunden warten, viele Leichname konnten noch nicht geborgen werden. Andauernde Regenfälle erschweren zudem die Arbeit der HelferInnen und lassen die Seuchengefahr steigen. "Der Transport von Gütern macht uns große Probleme, denn viele Straßen wurden schon von der Flut unterschwemmt, jetzt richten die starken Monsunregen weitere Schäden an", erzählt die Schweizer Caritas-Katastrophenhelferin Bettina Bühler. Bühler ist derzeit in der Diözese Batticaloa im Einsatz, wo die Caritas in vier Lagern rund 4.000 Leute mit Essen versorgt. Dazu kümmern sich die Hilfsteams um die Wiederherstellung der Wasserversorgung: "Weil durch die Flut Salzwasser in die Brunnen gelangt ist, beginnen wir jetzt, die Brunnen zu entsalzen, damit sie wieder als Wasserquelle zur Verfügung stehen."

Nur mühsam können dringend gebrauchte Hilfsgüter in die verwüsteten Gebiete gebracht werden. Dennoch: 20 LKW-Ladungen sind dort trotz aller Mühen bereits angekommen: Wo die LKW nicht mehr weiter kommen, bringen die HelferInnen der Caritas das Essen sogar zu Fuß zu den betroffenen Menschen. Die Hilfe konzentriert sich dabei auf die Ärmsten der Armen: Fischer, die nun vor dem Nichts stehen, allein gelassene Mütter, Familien, deren Haushaltsvorstände oft selbst noch Kinder sind, alte Menschen, die niemanden haben, der sich um sie kümmert.
Schon jetzt beginnen die Pläne für den Wiederaufbau: "Wir werden für die Betroffenen in den nächsten ein bis zwei Jahre behelfsmäßige Unterkünfte schaffen müssen, bis sie sich wieder ihre wirtschaftliche Grundlage geschaffen und ihr eigenes Zuhause wieder aufgebaut haben."

Beeindruckt ist Bühler von der enormen Hilfsbereitschaft und Solidarität der lokalen Bevölkerung: "In Colombo sind überall Spendensammelstellen, die Leute tun, was sie können, um den Betoffenen zu helfen"

Caritas-Mitarbeiterin Bettina Bühler steht in Sri Lanka für Interviewanfragen zur Verfügung.

Die österreichische Caritas hilft in Sri Lanka gemeinsam mit acht weiteren Hilfsorganisationen (Rotes Kreuz, Diakonie, Care, Hilfswerk, Volkshilfe, Arbeitersamariterbund, Malteser, Ärzte ohne Grenzen) unter dem Dach von Nachbar in Not. Spenden werden erbeten auf das Konto von Nachbar in Not: PSK 90.750.700 (BLZ 60000)

Rückfragen & Kontakt:

Rückfragehinweis: Mag. Silke Ruprechtsberger, Kommunikation
Tel: 01/488 31-417 bzw: 0664/82 66 909,
s.ruprechtsberger@caritas-austria.at

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