"Neues Volksblatt" Kommentar: "Zauderer" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom Dienstag, 4. Jänner 2005

Linz (OTS) - Alfred Gusenbauer will Bundeskanzler werden, für dieses Unterfangen hält er sich nach eigenem Bekunden schon des Längeren für startklar. Die Österreicher sind sich laut jüngster Umfrage da nicht so sicher, nur jeder Fünfte will Gusenbauer als Kanzler sehen.
Der SPÖ-Chef selbst legt gerade ein eindrucksvolles Zeugnis darüber ab, warum man selbst in den eigenen Reihen an seinen Führungsqualitäten zweifelt. Denn während seine Kärntner Genossen seit geraumer Zeit mit aufgepflanztem Bajonett aufeinander losmarschieren, lehnt sich der Parteivorsitzende zurück und nennt das Ganze einen grundsätzlichen Prozess, den man nicht stören solle. Sozusagen als Sahnehäubchen setzt er noch drauf, dass er ja nicht der Vorsitzende der Kärntner SPÖ sei. Dass er seine Kärntner Parteifreunde vor dem letzten Parteitag noch ermuntert hat, den nun ungeliebten Peter Ambrozy zu
unterstützen, sei nur am Rande erwähnt.
Viel entscheidender ist die Frage, was man von einem Politiker in einem wohl auch oft konfliktträchtigen Staatsamt zu erwarten hätte, wenn er sich bereits als Parteichef als Zauderer präsentiert hat.

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