Häupl zu Jubiläumsjahr: Begrüßen inhaltliche Feiern, lehnen Spektakelveranstaltungen ab

Gamlitz (SK) 60 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges und
Befreiung vom Faschismus. 50 Jahre Staatsvertrag - dies seien Gründe um zu feiern, betonte der Wiener Bürgermeister und Vorsitzende der Wiener SPÖ, Michael Häupl, am Montag bei der SPÖ-Präsidiumsklausur in Gamlitz. Häupl mahnte aber auch, von Spektakelveranstaltungen abstand zu nehmen und betonte: "Es wäre sehr unangenehm, wenn die Republikfeiern zu parteipolitischen Vereinnahmungen verkommen würden."****

Häupl nannte zwei Personengruppen, die angesichts der Jubiläen auf die Bühne gehoben werden sollen. Einerseits seien dies die Opfer im Kampf gegen den Nationalsozialismus und andererseits die Aufbaugeneration. Neben dem immerwährenden Gedenken an die Opfer des Holocausts, würde sich nun die Möglichkeit bieten, auch den vielen Menschen, die ihr Leben im politischen Kampf gegen den Nationalsozialismus gelassen hätten, zu gedenken. Zur Aufbaugeneration hielt Häupl fest, dass dies natürlich auch Politiker beinhalte. "Ich nenne hier bewusst Figl und Raab, aber auch Schärf und Kreisky, die wesentlich zur Wiedererlangung der vollen Souveränität beigetragen haben. Es wäre sehr unangenehm, wenn die Republikfeiern zu parteipolitischen Vereinnahmungen verkommen würden", betonte Häupl.

Die SPÖ begrüße inhaltliche Feiern, die diese Personengruppen ehren würden. "Es ist gut und richtig, wenn der historischen Wahrheit Ehre gegeben wird", so Häupl. Es seien aber auch Veranstaltungen geplant, die mit der Würdigung der Neutralität und den Feiern für die Zweite Republik nichts zu tun hätten. Häupl nannte konkret Pläne, in Wien eine Bombennacht nachzustellen bzw. den Heldenplatz wie nach 1945 als Massenfriedhof umzugestalten. "Das wird es mit uns sicher nicht geben", unterstrich der Wiener Bürgermeister. Gerade angesichts der Flutkatastrophe sei es angebracht, bei den Feiern entsprechend sparsam vorzugehen und beim Spektakel zu sparen. "Man soll von diesen völlig verrückten Vorschlägen Abstand nehmen", so Häupl.

"Wir feiern die Befreiung vom Faschismus. Für uns ist das ein Feiertag, den man auch inhaltlich entsprechend gestalten sollte", sagte Häupl, der darauf verwies, dass es in Österreich immer noch Gruppierungen gebe, die die Kapitulation Hitler Deutschlands betrauern würden. "Wir werden sicher keiner Geschichtsklitterung Vorschub leisten und der Bevölkerung nicht zumutbare und unangebrachte Spektakel, die auch der Welttrauer in keinster Weise Rechnung tragen, durchführen", sagte Häupl abschließend. (Schluss) js

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