Gorbach zur Unfallstatistik 2004: Mit 876 Opfern Tiefstand bei Verkehrstoten, dennoch bleibt viel zu tun

Überblick zur Verkehrssicherheitsarbeit des Verkehrsministeriums

Wien (OTS) - "Die Anzahl der Verkehrstoten hat mit vorläufig 876
im Jahr 2004 einen historischen Tiefstand erreicht. Dennoch ist in Sachen Verkehrssicherheit noch viel zu tun. Wir werden in unseren Bemühungen, die Anzahl der Verkehrstoten bis 2010 um die Hälfte zu senken, nicht nachlassen", erklärte Vizekanzler Verkehrsminister Hubert Gorbach am Montag zur vorläufigen Unfallstatistik für das vergangene Jahr.

"Im Jahr 2000, als man im Verkehrsministerium nach mehr als 10 Jahren Stillstand mit der Erstellung des Verkehrssicherheitsprogrammes begonnen hat, lag die Zahl der Verkehrstoten noch bei 1076. Die Reduktion der Opferzahlen erfolgt langsam, aber stetig. Seit Fertigstellung des Verkehrssicherheitsprogrammes im Jahr 2002 arbeiten wir die darin vorgesehenen Maßnahmen systematisch ab. Dieses Programm war und ist ein Meilenstein in der Österreichischen Verkehrssicherheitsarbeit, da die jahrelangen unsystematischen und anlassbezogenen Diskussionen und Reaktionen dadurch beendet wurden", betonte Gorbach und verwies auf die Einführung des praxisbezogenen Mehrphasenführerscheins für die besonders gefährdete Gruppe der jungen Lenker, auf die Einführung von Drogentest, der Section Control, Bewusstseinsbildende Maßnahmen wie die Kampagne "Drink & Drive = Death" gegen Alkohol am Steuer oder zuletzt die Ausarbeitung des Vormerksystems, das so schnell wie möglich der parlamentarischen Behandlung zugeführt werden soll.

Es seien enorme Investitionen in die Sicherheit der Infrastruktur erfolgt, erklärte Gorbach: Jährlich investiere man in die Tunnelsicherheit zwischen 70 und 100 mio Euro für die Verbesserung bestehender Röhren. Zusätzlich wurden in den letzten Jahren rund 228 mio in zweite Tunnelröhren wie Ambergtunnel, Plabutsch- oder Gräberntunnel investiert. Parallel laufe das ALU-Leitschienenaustauschprogramm. Insgesamt werden 1.700 km neue stabile Leitschienen angebracht. Für diese Sicherheitsmaßnahme würden rund 240 mio Euro eingesetzt, so der Verkehrsminister.

"Ein weiterer Schwerpunkt bei der baulichen Absicherung war die Baustellensicherheit. Für Maßnahmen wie Betonleitwände, mobile Radargeräte oder blinkende Tempoanzeiger geben wir jährlich 10 Mio Euro aus. Geld, das bestens investiert ist, denn in den letzten zwei Jahren gab es keinen einzigen Verkehrstoten mehr in Baustellenbereichen im hochrangigen Straßennetz", betonte Gorbach.

"Ein großer Teil der im Verkehrssicherheitsprogramm vorgesehenen Maßnahmen wurden in den letzten Jahren abgearbeitet. Heuer wird es eine Gesetzesnovelle geben, die Fahren mit Licht am Tag vorschreibt, vor allem aber soll es das Vormerksystem neben den Geldstrafen für die unfallträchtigsten Delikte auch Vormerkungen mit Folgen bis hin zum Führerscheinentzug geben", gab Gorbach einen Ausblick auf das Jahr 2005.

"Die Erhöhung der Strafen ist für mich immer das letzte Mittel gewesen. Wir haben letztes Jahr die Strafen für das Telefonieren am Steuer auf 25 Euro erhöht, für das Nicht-Angeschnallt-Fahren auf 35 Euro. Ob weitere Straferhöhungen folgen, oder ob das neue Vormerksystem unbelehrbare Autofahrer zur Räson bringen kann, werden wir kritisch beobachten und beurteilen", schloss Gorbach. (Schluss bxf)

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