ARBÖ: Teurer Sprit kostete jeden Haushalt zusätzliche 150 Euro

Ab Herbst ist für Dieselfahrer ein neuerlicher Preisschub durch "Biodiesel" vorprogrammiert

Wien (OTS) - Die Spritpreiserhöhungen im abgelaufenen Jahr 2004 verursachten pro Haushalt Mehrkosten in Höhe von 150 Euro, hat der ARBÖ anhand seiner Spritpreisbörse errechnet. Das entspricht in etwa vier Tankfüllungen. Noch stärker zur Kasse gebeten wurden Autofahrer, die entweder an den teuren Autobahntankstellen getankt haben oder mehr als die durchschnittliche Kilometeranzahl von 13.500 gefahren sind.

Nicht genug damit, ist ab Oktober 2005 ein nächster Preisschub mit der Einführung von "Biodiesel" vorprogrammiert, welche die Regierung mit einer empfindlichen Erhöhung der Mineralölsteuer auf herkömmlichen Diesel verknüpft hat, kritisiert der ARBÖ.

Am 1. Oktober 2005 wird in Österreich der sogenannte "Biodiesel" eingeführt. Damit kommen zusätzliche Kosten auf alle Dieselfahrer zu, egal wie sich die Treibstoffmärkte im neuen Jahr entwickeln werden und unabhängig davon, ob die Autofahrer "Biodiesel" tanken (können) oder nicht.

Die Bezeichnung "Biodiesel" ist eigentlich irreführend. Darunter ist nicht etwa ein ausschließlich aus Pflanzen gewonnener Diesel gemeint, sondern nur der Umstand, dass dem herkömmlichen Diesel 4,4 Prozent Rapsöl beigemischt wird. Die Regierung senkt zwar für diesen "Biodiesel" die Mineralölsteuer um winzige 0,5 Cent. Das wird, wie der ARBÖ im Vorfeld der Gesetzeswerdung wiederholt kritisiert hat, aller Voraussicht nach nicht ausreichen, um die zu erwartenden Mehrkosten auszugleichen. Mehrkosten entstehen erstens, weil die Mineralölfirmen fürs Zumischen und für die nötige Rapsöl-Lagerhaltung Kosten verrechnen werden. Zweitens entstehen Mehrkosten weiters dadurch, weil auch andere Länder wie Deutschland Rapsöl zumischen und das Produkt Rapsöl dadurch teuerer wird (Raps kann ja nicht auf Knopfdruck nachwachsen und knappe Güter werden teurer.

Wer ab Oktober keinen Biodiesel tankt oder tanken kann (weil es zu wenig davon gibt), zahlt erst recht drauf. Denn die Regierung hat bereits beschlossen, die Mineralölsteuer für den herkömmlichen Diesel ab 1. Oktober um stolze 2,3 Cent zu erhöhen. Inklusive Mehrwertsteuer sind es 2,76 Cent mehr! Für Benzin hat das Parlament in letzter Minute eine Schonfrist bis Oktober 2007 festgelegt. Erst dann kommt "Bio"-Benzin.

Treibstoff-Mehrkosten im abgelaufenen Jahr

Zurück zu den Treibstoff-Mehrkosten im abgelaufenen Jahr: Über das gesamte Jahr 2004 durchgerechnet, hat sich Eurosuper (95 Oktan) gegenüber 2003 selbst bei den günstigsten Tankstellen Österreichs um knapp acht Cent verteuert, von 0,868 auf 0,947 Euro pro Liter. Das entspricht einem Anstieg um neun Prozent und kostete bei einem Pkw mit Benzinantrieb und einer durchschnittlichen Kilometerleistung (13.500 km) zusätzliche 97,20 Euro im Jahr.

Diesel hat sich bei den günstigsten Tankstellen um 9,5 Cent pro Liter verteuert, von 0,720 auf 0,815 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 13 Prozent pro Liter und kostete bei einem Pkw mit Dieselantrieb und einer durchschnittlichen Kilometerleistung zusätzliche 90 Euro im Jahr. Pro Haushalt (mit 1,5 Pkw) erwuchsen damit Mehrkosten in Höhe von 150 Euro.

Rückfragen & Kontakt:

ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: (++43-1) 89121-280
presse@arboe.at
http://www.arboe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR0001