"Neues Volksblatt" Kommentar: "Mitnehmen" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 31. Dezember 2004

Linz (OTS) - Ein Jahreswechsel voll weltweiter Betroffenheit um
die Opfer in Asien. Einer Betroffenheit, die ruhig ins neue Jahr mitgenommen werden darf. Denn in ihr spiegeln sich Grundwerte wie Solidarität und Menschlichkeit, die in unserer Welt viel zu oft unter die Räder kommen. Gerade, wenn es um Fremde oder auch Andersdenkende geht, stößt das christliche Gebot der Nächstenliebe bei uns oft rasch an - auch politisch genutzte - Grenzen. Hand aufs Herz: Wäre die Betroffenheit ähnlich tief, wenn es nicht auch Touristen und Landsleute getroffen hätte? Dem gegenüber stehen zahlreiche Berichte über in ihren Lebensgrundlagen getroffene einheimische Opfer, die trotzdem noch ihr Letztes mit den Gästen aus dem Westen geteilt haben. Ihr Beispiel ist es, dass 2005 nachhaltig bleiben sollte. Wenn ein gewisser Strache, immerhin Vizechef der Regierungspartei FPÖ, den gestrigen Trauertag nur dazu zu nutzen weiß, die neue Innenministerin Prokop als, wie er sagt, "linke Liesl", vor zu viel Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen zu warnen, ist das nur mehr armselig. Mehr muss einem dazu nicht einfallen. Nur, es anders zu machen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001