Chefarztpflicht neu: In Oberösterreich läuft auch 2005 der Patient

OÖ GKK folgt der Empfehlung des Hauptverbandes nur teilweise und vertraut den Ärzten nicht - Bürokratische Hürden für Patienten bleiben aufrecht

Linz (OTS) - Das Motto der Chefarztpflicht neu "Nicht der Patient soll laufen, sondern das Rezept" hat in Oberösterreich offenbar nur teilweise Gültigkeit. In Oberösterreich muss der Patient in manchen Fällen auch im Jahr 2005 laufen. Denn in der Praxis darf der Apotheker dem Patienten sein Medikament nicht aushändigen, wenn der verschreibende Arzt die Chefarztbewilligung für diesen nicht eingeholt hat und dies auf dem Rezept für den Apotheker nicht erkennbar dokumentiert hat. So sieht es die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖ GKK) vor. In einer Vertragspartnerinformation vom 27. Dezember 2004 hat die OÖ GKK der Österreichischen Apothekerkammer diese Vorgehensweise mitgeteilt. Für Kassenpatienten in Oberösterreich bleibt dadurch der bürokratische Hürdenlauf oftmals aufrecht, der durch die Chefarztpflicht neu abgeschafft werden sollte.

"Wir haben uns bis zum Schluss bemüht, diese Hürden für die Patienten zu beseitigen", sagt Mag. Valentin Ladenbauer, Präsident der Landesgeschäftsstelle Oberösterreich der Österreichischen Apothekerkammer.

Die Chefarztpflicht neu, die per 1. Jänner 2005 in Kraft tritt, besagt, dass sich der Patient künftig nicht mehr um die Chefarztbewilligung kümmern muss. Diese soll der Arzt für ihn einholen. Mit dem Rezept vom Arzt erhält der Patient in der Apotheke sofort sein Medikament. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat empfohlen, die neue Regelung im Vertrauen darauf, dass der Arzt die Chefarztbewilligung einholt, umzusetzen, und dem Patient in jedem Fall sein Medikament auszuhändigen. Bisherige Komplikationen, bürokratische Hürden und Wartezeiten sollen wegfallen.

Im Wesentlichen halten sich alle Krankenkassen in Österreich an die Empfehlung des Hauptverbandes bis auf die OÖ GKK. Ladenbauer:
"Wir fordern die OÖ GKK auf, von dieser patientenfeindlichen Praxis Abstand zu nehmen."

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