AK: Neues Jahr bringt für Konsumenten rechtliche Verbesserungen - leider aber auch Teuerungen

Linz (OTS) - Fluggäste und Internetnutzer können sich im kommenden Jahr über rechtliche Verbesserungen freuen - so werden etwa die Ausgleichszahlungen bei überbuchten Flügen ausgeweitet und der Schutz vor Internet-Dialern vereinfacht. Tiefer in die Geldbörse greifen müssen die Konsumenten hingegen möglicherweise bei Kreditkarten und Energie.

Erfreulich sind die Verbesserungen, die die EU-Fluggast-Verordnung mit sich bringt, die am 17. Februar 2005 in Kraft tritt. Bisher hatten Fluggäste nur bei Überbuchung Anspruch auf eine Ausgleichszahlung bis zu 300 Euro, sowie Ersatz für Übernachtungskosten, Mahlzeiten und Erfrischungen. Die neue Verordnung sieht jetzt auch Ansprüche für den Fall der Annullierung des Fluges oder einer Verspätung vor. Im Fall der Überbuchung wird der Betrag, der für Ausgleichszahlungen vorgesehen ist, bis auf 600 Euro verdoppelt.

Bei Annullierung gelten ebenfalls diese Ausgleichszahlungen, allerdings hat hier der Konsument auch die Wahlmöglichkeit eine anderweitige entsprechende Beförderung zu verlangen oder den Ticketpreis zurückerstattet zu bekommen. Im Fall der Verspätung, die mehr als fünf Stunden dauert, kann der Konsument von der Buchung zurücktreten und den Ticketpreis zurückverlangen. Generell
hat er bei Verspätungen Anspruch auf Mahlzeiten, Erfrischungen, sowie den Ersatz der Kosten für die notwendigen Übernachtungen.

Besseren Schutz für Konsumenten gibt es auch im Kommunikationsbereich. Die Gefahr, sich beim Surfen im Internet unbemerkt einen teuren Dialer einzufangen, wurde minimiert, da diese Dienste künftig direkt freigeschaltet werden müssen.
Ähnlich bei den Mehrwertnummer beim Telefon: ab Jahresbeginn wird bei Kosten bis 2,19 Euro pro Minute eine automatische Sperre nach einer Stunde die Verbindung kappen. Bei noch teureren Diensten wird die Sperre bereits nach einer halben Stunde aktiviert. Die AK empfiehlt dennoch als besten Schutz, diese Mehrwertnummer durch den Telefonanbieter sperren zu lassen.

Mehr zahlen werden die Konsumenten hingegen vermutlich bei der Energieversorgung müssen. Energie AG und Erdgas OÖ haben die Preise für Strom und Gas bereits angehoben, die Linz AG wird nachziehen. Um bis zu 2,8 Prozent teurer werden könnte auch die Nutzung einer Master-Card werden, entsprechende Verträge zwischen Master-Card und den Vertragskunden wurden bereits unterzeichnet.

"Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer werden auch im kommenden Jahr für die Rechte der Konsumenten kämpfen", verspricht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Vor allem werden wir dafür eintreten, dass bei Streitfällen zwischen Konsumenten und Unternehmen endlich das Gericht am Wohnsitz des Konsumenten zuständig ist. Grundsatzprozesse sollten am Obersten Gerichtshof geführt werden, das würde wesentlich zur Entlastung der Bezirksgerichte beitragen."

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