AK zur deutschen LKW-Maut: Kein Anlass für Preistreiberei

Wien (OTS) - Allen Ankündigungen, die Lkw-Maut in Deutschland könne zu überzogenen Preiserhöhungen führen, erteilt Franz Greil, Verkehrsexperte der AK Wien, eine Absage: "Österreichische Frächter, die auf Autobahnen in Deutschland unterwegs sind und Maut zahlen müssen, dürfen diese Mehrkosten nicht auf die österreichischen Konsumenten abwälzen." Seit dem EU-Beitritt wurde der Lkw-Verkehr um 80 Millionen Euro jährlich massiv steuerlich entlastet. Greil: "Die Verbraucher haben von diesen Entlastungen nichts gespürt. Minimale Preissteigerungen dürfen daher auch nicht weitergegeben werden."

In Österreich rechtfertigte, so eine Studie der AK, die fast doppelt so hohe Lkw-Maut einen allgemeinen Preisanstieg um 0,2 Prozent, im Einzelhandel sogar nur um 0,04 Prozent, die deutsche Maut darf also gar keine spürbaren Auswirkungen für die Konsumenten haben. Das deutsche Verkehrsministerium geht jedenfalls davon aus, dass sich in Deutschland durch die Lkw-Maut zum Beispiel ein Kilo Bananen um nur 0,012 Euro, ein Becher Joghurt um 0,004 und ein Fernseher (im Wert von 500 Euro) zwischen 0,11 bis 0,18 Euro verteuert. "Die deutsche Lkw-Maut kann von der Wirtschaft jedenfalls nicht als Anlass für Preiserhöhungen herangezogen werden", stellt der AK-Verkehrsexperte fest.

Die AK erinnert daran, dass die Einführung der streckenabhängigen Lkw-Maut in Österreich seit 1.1.2004 zwar zu einem minimalen Anstieg der Verbraucherpreise geführt hat, von einzelnen Unternehmen (zB Post, Molkereien, Holzverarbeiter) aber sehr wohl als willkommene Ausrede für Preistreiberei benutzt worden ist. Daher wird die AK den Unternehmen sehr genau auf die Finger schauen und, wenn nötig vor die österreichischen Wettbewerbsbehörden bringen. Die AK verlangt von der Bundeswettbewerbsbehörde und dem Wirtschaftsminister den Markt laufend zu beobachten und Verbandsempfehlungen im Zusammenhang mit der Lkw-Maut auf Preisabsprachen hin zu kontrollieren.

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