Chefarztpflicht: "Brieftauben verboten"

ÄK-Präsident Dorner verärgert über neue Chefarztpflichtregelung - 2005 bringt noch mehr bürokratische Schikanen

Wien (OTS) - =

Auch wenn die Neuregelung der Chefarztpflicht bereits
unter Dach und Fach ist, hofft Wiens Ärztekammerpräsident Walter Dorner noch auf eine "Neujahrs-Eingebung" im Gesundheitsministerium. Dorner: "Die Ministerin kann sich gar nicht vorstellen, wie groß der Aufwand ist, der durch diese Regelung nun auf die Wiener Ärzteschaft zukommt. Die Leidtragenden sind die Patienten, die nun längere Wartezeiten auf sich nehmen müssen. Dies hat die Ministerin jedoch ganz alleine zu verantworten."****

Bis zur endgültigen Installierung der Chipkarte im Jahr 2006 sind zur Einholung der chefärztlichen Genehmigung das Fax oder der klassische Postweg erlaubt. "Nur die Brieftaube mussten wir aus Datenschutzgründen ablehnen. Schade, wir hätten uns zu gerne noch einen eigenen Chefarzt-Tauben-Horst in unseren Ordinationen eingerichtet", so Dorner mit bitterer Ironie.

Das gravierende Probem an der neuen Regelung ist, dass die Rezepte von Wahlärzten, Spitälern sowie die Genehmigung von Heilbehelfen, CT und MR ebenfalls weiterhin durch den Chefarzt persönlich erfolgen müssen. Dorner: "Beim Umschreiben von Rezepten, die von Spitalsärzten ausgestellt werden, gibt es nach neuer Regelung unglaubliche Dokumentationsvorgaben. Auf bis zu zwei A4-Blättern sollen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Gründe für die Verschreibung angeben, weil sonst Haftungsfolgen eintreten. Das werden wir keinesfalls akzeptieren."

Die bisherige Regelung soll beibehalten werden

Der einzige Erfolg in der Causa Chefarztpflicht war für Dorner, "dass wir die ersatzlose Streichung der Wahlarzt-Rezepturbefugnis gerade noch vor Weihnachten verhindern konnten." Wäre dies wirklich umgesetzt worden, hätten Wahlärzte kein WGKK-Rezept mehr ausstellen dürfen und die Patienten hätten dadurch noch mehr Wege in Kauf nehmen müssen.

Dorner: "Statt Erleichterungen erwarten die Wienerinnen und Wiener im Jahr 2005 noch mehr bürokratische Schikanen und längere Wartezeiten bei den Ärzten, weil entweder auf Faxe gewartet werden muss oder der Arzt mit sinnloser Dokumentation anstatt mit der Patientenbehandlung beschäftigt ist. Wieviel die neue Regelung zur Chefarztpflicht wirklich bringt, wird die Zukunft zeigen. Mein Neujahrswunsch steht jedoch fest: Bis zur vollständigen Einführung der E-Card soll der bisherige Modus beibehalten werden!" (bb)

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