Betreuung plus Förderung ist gleich Bildung hoch2: Arbeiterkammer fordert Konsequenzen aus PISA

Linz (OTS) - Die internationale Bildungsstudie PISA stellt dem österreichischen Schulsystem kein gutes Zeugnis aus. Bei einer Pressekonferenz forderte der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Dr. Johann Kalliauer, heute rasche Maßnahmen:
Frühförderung durch ein Vorschuljahr, mehr ganztägig geführte Schulen und eine gemeinsame Mittelstufe für alle Kinder.

Mehr noch als das Abrutschen im internationalen Ranking bereiten der Arbeiterkammer andere Aspekte der PISA-Ergebnisse Sorgen. Alarmierend ist unter anderem das deutliche Auseinanderklaffen der Ergebnisse abhängig davon, ob die Kinder eine Hauptschule oder eine AHS-Unterstufe besucht haben. Mindestens ebenso erschreckend ist aber auch das starke Anwachsen der so genannten "Risikogruppen", also jener Schülerinnen und Schüler, die beispielsweise nicht fähig sind, den Sinn einfacher Texte zu erfassen.

"Diesen Jugendlichen fehlt die Kompetenz zum selbstständigen Bildungserwerb. Und das kann sich im späteren Berufs- und Privatleben verheerend auswirken", warnt AK-Präsident Kalliauer. Die frühe Sortierung der Kinder in AHS und HS bringe aber auch keine besonderen Spitzenleistungen, wie der Vergleich mit den Top-Ländern zeige.

Als rasche Maßnahme fordert die Arbeiterkammer ein verpflichtendes und kostenloses Vorschuljahr für alle Kinder in Zusammenarbeit von Kindergarten und Volksschule sowie "Starthilfe" in der Schuleingangsphase für lernschwache und sozial benachteiligte Volksschulkinder. Die AK schlägt ein entsprechendes Pilotprojekt für Oberösterreich vor.

Unter dem Motto "Lernbetreuung statt teurer Nachhilfe" fordert die AK die Verantwortlichen auf, endliche aktiv zu werden und für mehr ganztägig geführte Schulformen in Oberösterreich zu sorgen. Und schließlich fordert die AK auch eine gemeinsame Mittelstufe aller Kinder. "Die PISA-Ergebnisse sind auch deshalb so schlecht, weil das hoch gegliederte Schulsystem in Österreich nicht auf die bestmögliche Förderung und Entwicklung aller Kinder abzielt, sondern auf die frühe Zuweisung zu unterschiedlichen Bildungskarrieren", so AK-Präsident Kalliauer.

Neuer Service für Eltern:
www.nachmittagsbetreuung.at

Die AK hat mehr als 800 oberösterreichische Schulen nach ihren Angeboten im Bereich der schulischen Nachmittagsbetreuung befragt. Das Ergebnis - einen umfassenden Überblick über die Angebote für 6-bis 13-Jährige an Oberösterreichs Schulen - finden Interessierte unter www.nachmittagsbetreuung.at . Die Datenbank bietet auch Tipps für Eltern, die sich aktiv für ein besseres Angebot einsetzen wollen, sowie Informationen über die geltenden gesetzlichen Regelungen und konkreten Möglichkeiten.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001